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Innere Medizin 3. April 2006

Wirksame und sichere Ulkusprophylaxe

Müssen PatientInnen über lange Zeiträume nicht-steroidale Antirheumatika einnehmen, so ist häufig mit gastrointestinalen Komplikationen zu rechnen. Protonenpumpenhemmer sind als Prophylaxe Mittel der Wahl.

Der Einsatz von nicht-steroidalen Antirheumatika, wie sie vor allem in der Therapie der Osteoarthritis und der rheumatoiden Arthritis zum Einsatz kommen, wird, ebenso wie die Anwendung niedrig dosierten Aspirins zur kardiovaskulären Protektion, mit einer Erhöhung der Anfälligkeit für Schäden des oberen Gastrointestinaltraktes assoziiert. Außer Frage steht, dass bei NSAR- bzw. Aspirin-Therapie ein entsprechender Magenschutz indiziert ist. Zwei Ansätze sind wichtig: Die völlige Ausheilung des Ulkus, auch dann, wenn die NSAR-Therapie fortgesetzt werden muss, und eine optimale Begleittherapie, etwa mit Protonenpumpenhemmern (PPI), um weitere Schäden zu verhindern. Klinische Studien haben gezeigt, dass Säurehemmer, wie Lansoprazol, zu einer raschen Abheilung von NSAR-assoziierten gastroduodenalen Ulzera führen, auch dann, wenn die NSAR-Therapie fortgesetzt wird. So wurde in einer Studie von Agrawal et al (Arch Intern med 2000; 160:1455-1461), in die 353 PatientInnen mit einem GI-Ulkus eingeschlossen waren, die eine Dauertherapie mit NSAR erhielten, der PPI Lansoprazol 15 oder 30 mg oder der H2-Rezeptorantagonist Ranitidin gegeben.

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Schnelle Heilung und...

Die Heilungsraten lagen nach acht Wochen in der Ranitidin-Gruppe bei 53 Prozent, in der Lansoprazol-15mg-Gruppe bei 69 Prozent und in der Lansoprazol-30mg-Gruppe bei 73 Prozent. Eine Studie von Graham et al (Arch Intern Med 2002;162:169-175) verglich Lansoprazol mit dem Prostaglandin-Analog Misoprostol zur Ulkus-Prävention. In die Studie waren 537 PatientInnen unter NSAR-Langzeittherapie, die anamnestisch einen Magenulkus aufwiesen, eingeschlossen. Nach Ausheilung des Ulkus erhielten die StudienteilnehmerInnen entweder 200 mg Misoprostol viermal täglich oder 15 bzw. 30 mg Lansoprazol einmal täglich oder Plazebo.

...erfolgreiche Prävention

Nach 12 Wochen zeigten sich 93 Prozent der Misoprostol-Gruppe ulkusfrei, ebenso wie 80 bzw. 82 Prozent der Lansoprazol-Gruppen. 15 mg Lansoprazol erwiesen sich dabei genauso wirksam wie 30 mg. Schwere Ereignisse und Studienabbrüche kamen in der Misoprostol-Gruppe häufiger vor als unter Lansoprazol. Eine Subgruppenanalyse der Graham-Studie zeigte, dass diese Effektivität auch bei jenen besonderen Risikopatienten erhalten bleibt, die zusätzlich zu ihrem NSAR auch niedrig dosiertes Aspirin aus kardiovaskulärer Indikation einnehmen müssen. Auch in der Arbeit von Lai et al (Aliment Pharmacol Ther 2003; 18:829-836) zeigte sich die gute Wirksamkeit von Lansoprazol in der Prävention eines Ulkusrezidivs. Dabei erhielten PatientInnen, die sich mit einem gastroduodenalen Ulkus unter NSAR-Therapie präsentierten, zuerst eine H. pylori-Eradikation sowie eine Lansoprazol-Therapie. Nach der Ulkus-Ausheilung erhielten die Studien-teilnehmerInnen randomisiert entweder Naproxen 750 mg pro Tag allein oder in Kombination mit Lansoprazol 30 mg pro Tag als Magenschutz.
Zum Ende des Behandlungszeitraumes wiesen nur 4,5 Prozent der Lansoprazol-Gruppe, aber 42,9 Prozent der PatientInnen ohne PPI-Schutz symptomatische oder komplizierte Ulzera auf. 15 mg Lansoprazol: Dosis der Wahl als NSAR-Begleittherapie Bei Patienten, die NSAR einnehmen, sind PPI sowohl in der Ausheilung bereits bestehender Ulzera wie auch in der Prophylaxe solcher Läsionen erfolgreich. 15 mg und 30 mg Lansoprazol (Agopton®) haben sich als NSAR-Magenschutz in mehreren Studien als gleich effektiv erwiesen.

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