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Gesundheitspolitik 28. Mai 2009

Private Befundkarte stärkt den Patienten.

Dr. Hans Joachim Fuchs, Arzt für Allgemeinmedizin in Wien zum Thema privater Befundkarten:

Viele Patienten kennen ihre Krankengeschichte gar nicht und haben keinen Zugriff auf die eigenen Daten. Der entscheidende Vorteil der Befundkarte ist, dass der Patient die Verfügungsgewalt über die eigenen Daten hat. Es kommt zu einer Stärkung der Patienten, auch weil deren Befunde nicht mehr so leicht unter den Tisch gekehrt werden können. Bei der ELGA ist nach wie vor unklar, wie viel Mitbestimmungsrecht der Patient hat, und theoretisch könnten zigtausende Gesundheitsdienstleistungs-Anbieter auf die Daten zugreifen. Bei den privaten Befundkarten läuft der Zugriff über gesicherte Verbindungen.

Die ELGA wird es mir als behandelnden Arzt nicht ersparen, dass ich selbst eine Diagnose- und Befundliste führe und übersichtlich strukturiere. Bei der ELGA könnte es dazu kommen, dass ein Arzt sich erst durch hunderte Seiten an Informationen kämpfen muss, bevor er sich dem Patienten zuwenden kann.

Viele Ärzte haben die Sorge, dass sie quasi durch das Internet ersetzt werden könnten und es allein um den elektronischen Austausch von Daten geht. Patienten holen sich Informationen aus dem Internet, werden durch diese aber mehr verunsichert und gehen dann erst recht wieder zum Arzt. Die eigentlich nötige Zeit der Zuwendung wird jedenfalls nach wie vor viel zu wenig honoriert.

Lesen Sie auch die Einführung zum Thema dieser Standpunkte:
Gesundheitsakte: privat statt Staat?

 

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Von Mag. Christian F. Freisleben-Teutscher , Ärzte Woche 22 /2009

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