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Die Wahrscheinlichkeit, für tot erklärt zu werden und doch nicht tot zu sein, ist sicher sehr gering. Allerdings zeigen Untersuchungen, dass von einer größeren Zahl an falsch-positiven Todesfeststellungen im Rettungsdienstbereich ausgegangen werden muss
 
Allgemeinmedizin 6. Juli 2010

Restrisiko Lazarus-Phänomen

Notärzte können aufgrund von Zeitdruck nicht immer mit Sicherheit den eingetretenen Tod feststellen und laufen Gefahr, eine strafbare Fehlbescheinigung zu testieren.

Trotz gut entwickelter Rettungsdienste kommt es in Deutschland, Österreich und in der Schweiz zu falsch-positiven Todesfeststellungen mit entsprechenden juristischen Konsequenzen. Die Wahrscheinlichkeit der Wiedererlangung eines Spontankreislaufs nach einer Reanimation (Lazarus-Phänomen*) ist zwar grundsätzlich gering, könnte aber durch ein zehnminütiges Monitoring nach Reanimationsabbruch häufiger erkannt werden. Dennoch verbleibt ein Restrisiko für ein Lazarus-Phänomen.

 

Im Rahmen einer Untersuchung wurden in einem Zeitraum von 18 Jahren neun Fallberichte falsch-positiver Todesfeststellungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz in der Laienpresse gefunden. Im selben Zeitraum wurden sieben in Fachzeitschriften publizierte Fälle recherchiert. In der Untersuchung von Wiese et al. (Anaesthesist 2010; 59:333–341) konnten die Autoren neun Fälle (siehe Kasten) in Deutschland und Österreich seit 1982 über die Datenbanken Medline, PubMed, Embase, Google Scholar und Google eruieren. Obwohl sich aus diesen Zahlen keine Inzidenz errechnen lässt, legen die Untersuchungen dennoch nahe, dass von einer größeren Zahl an falsch-positiven Todesfeststellungen in den Rettungssystemen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz auszugehen ist, als bisher angenommen wurde.

Ursachen einer falsch-positiven Todesfeststellung

Situationen, in denen die Vitalzeichen auf ein nicht erkanntes Minimum reduziert sein können, sind Unterkühlung und/oder Vergiftungen. Dabei kann eine falsch-positive Todesfeststellung auf eine unzureichende Leichenschau zurückzuführen sein, bei der eine „Vita minima“ nicht erkannt wurde. Eine weitere Möglichkeit für falsch-positive Todesfeststellungen ist die spontane Wiedererlangung eines Kreislaufs, die in der Fachliteratur als Lazarus-Phänomen beschrieben wurde. Unklar ist derzeit die zugrunde liegende Pathophysiologie des Lazarus-Phänomens. So gibt es z. B. Fallberichte über spontane Selbstdefibrillationen, die beim Menschen aufgrund der sich durch die Herzgröße selbsterhaltenden kreisenden Erregungen eigentlich als ausgeschlossen gelten.

Eine in einigen Fällen plausible pathophysiologische Erklärung könnte die Diskonnektion der Beatmung vom Tubus nach Reanimationsabbruch sein, wodurch der intrathorakale Druck reduziert und der venöse Rückstrom zum Herzen erhöht werden. Ein so gesteigerter venöser Rückstrom könnte dann bei einer pulslosen elektrischen Aktivi-tät mit noch minimal vorhandenem Blutauswurf den Unterschied zwischen keinem Lebenszeichen und einem gerade noch messbaren Puls ausmachen. Allerdings gibt es für diese Hypothese keine Beweise. Da ein Lazarus-Phänomen meist innerhalb von zehn Minuten nach Reanimationsabbruch auftritt, empfehlen Adhiyaman et al. (J R Soc Med 2007; 100:552–557) in einer englischen Übersichtsarbeit, einen Patienten nach erfolgloser Reanimation noch mindestens zehn Minuten zu überwachen, um die Wahrscheinlichkeit einer irrtümlichen Todesfeststellung zu senken.

Die Urangst, lebendig begraben zu werden

Die Angst, lebendig begraben zu werden, ist eine menschliche Urangst, die sich im 19. Jahrhundert bis zur Hysterie steigerte und sogar Einzug in die Weltliteratur fand (z. B. Edgar Allen Poe, „The premature burial“, Dollar Newspaper, July 31, 1844; dt. Titel: „Lebendig begraben“). Dies führte zu teils skurrilen Lebensproben, Grabbeigaben und -vorrichtungen wie z. B. Glocken, um im Fall des Wiedererwachens um Hilfe läuten zu können. Aber auch heutige Bestattungsgesetze wie z. B. im Saarland aus dem Jahr 2003 begründen eine mindestens 48-stündige Totenruhe vor einer Bestattung explizit damit, dass so ein Scheintod definitiv ausgeschlossen werden soll (Gesetz über das Friedhofs-, Bestattungs- und Leichenwesen, Bestattungsgesetz, im Saarland vom 05.11.2003, § 31 (1)). Angesichts der Angst in der Bevölkerung vor einer Bestattung Scheintoter ist die Übertragung der gesamten Todesfeststellung in ärztliche Hände (mit Ausnahme einiger Inseln in Schleswig-Holstein) angemessen; die Totenschau sollte allerdings zu einem Zeitpunkt durchgeführt werden, wenn sichere Todeszeichen vorhanden sind.

Problem Zeitnot

Von einer mit dem Leben unvereinbaren Verletzung abgesehen ist den übrigen sicheren Todeszeichen (Totenflecken, Totenstarre sowie generalisierte Fäulnis) gemein, dass sie sich erst eine gewisse Zeit post mortem ausbilden. Daher verwundert es nicht, dass die meisten in dieser Untersuchung identifizierten falsch-positiven Todesfeststellungen aus dem Rettungsdienstbereich stammen. Ein wichtiges Problem bei der präklinischen Todesfeststellung ist die Zeitnot: Wird der Abbruch einer Reanimation gemeldet, erfolgt gegebenenfalls sofort die nächste Notarzteinsatzdisposition. Ausreichend Zeit, den Patienten nach einem Reanimationsabbruch gründlich zu untersuchen, zu überwachen oder sogar die Ausbildung von Totenflecken abzuwarten, besteht häufig nicht. Entsprechend befinden sich Notärzte in dem Dilemma, den Tod zu bescheinigen, obwohl die auch für vorläufige Todesfeststellungen notwendigen Todeszeichen noch nicht vorliegen (können).

Vorläufige Totenbescheinigung

Die entsprechend der Bundesländerkompetenz im Bestattungswesen in einigen deutschen Bundesländern eingeführten vorläufigen Todesbescheinigungen dienen eher nicht dem Schutz der Notärzte, sondern in erster Linie der „Qualitätsverbesserung“ der Angaben hinsichtlich Todesart und Ursache. So kann ein dem Rettungsdienst nachfolgender Arzt die Leichenschau gründlicher durchführen und genauere Eintragungen bezüglich der Todesursachen machen. Allerdings sollten zum Schutz des Notarztes vor Strafverfolgung im Fall eines Lazarus-Phänomens und zum Schutz des Patienten auch vorläufige Todesfeststellungen im Rettungsdienst überdacht werden. Selbst wenn die Wahrscheinlichkeit eines Irrtums bei einer Todesfeststellung gering ist, sollte prinzipiell nur das testiert werden, was auch gesichert ist. Obwohl sich in den allermeisten Fällen sichere Todeszeichen zu einem späteren Zeitpunkt ausbilden werden, stellt die Testierung noch nicht vorliegender Todeszeichen zu diesem Zeitpunkt formal eine Ordnungswidrigkeit dar, die z. B. im Land Berlin mit einem Bußgeld belegt werden kann.

Eine sinnvolle Alternative im präklinischen Bereich zu derzeit parallel verwendeten endgültigen oder auch nur vorläufigen Todesbescheinigungen könnte z. B. die Feststellung der Sinnlosigkeit weiterer Reanimationsbemühungen nach einer suffizienten, aber erfolglosen Reanimation sein. Eine einzige und endgültige Totenschau sollte dann ausschließlich von einem zeitnah nachfolgenden Arzt mit entsprechender Qualifikation durchgeführt werden. Streng genommen wäre der Notarzt als letztbehandelnder Arzt ohnehin für die Totenschau befangen und eine unabhängige Totenschau allein aus Qualitätssicherungsgründen zu fordern.

 

*Der Begriff Lazarus-Phänomen geht auf das Johannesevangelium zurück (Johannes 11; 1–44); dort erweckte Jesus Lazarus vier Tage nach dessen Versterben von den Toten.

 

Korrespondenz:

Dr. Holger Herff, Universitätsklinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin, Medizinische Universität Innsbruck

 

Quelle: Der ungekürzte Artikel inklusive Literatur kann im Fachmagazin Anaesthesist 2010 · 59:342–346
DOI 10.1007/s00101-010-1710-1,
© Springer-Verlag 2010, nachgelesen werden.

Fall 1. Eine 72-jährige Bewohnerin eines Altenheims in Mettmann, Deutschland, liegt leblos in ihrem Bett. Der eintreffende Notarzt untersucht die Frau und erklärt sie für tot. Bestatter holen sie ab und bringen sie in die Kühlkammer des Friedhofs. Als sie die Dame mehrere Stunden später aus der Kühlkammer wieder herausholen, bemerken sie zwar keine Lebenszeichen, aber dass die Körpertemperatur noch 36°C beträgt. Als die Frau in die Kühlkammer gebracht wurde, muss sie also noch einige Stunden gelebt haben und ist vermutlich erst kurz vor der erneuten Öffnung der Kühlkammer verstorben (Rheinische Post, 12.03.2002).

Fall 2. Eine 78-jährige Wienerin wird leblos in ihrer Wohnung gefunden. Sowohl die hinzugerufene Notärztin als auch der Leichenbeschauarzt erklären sie unabhängig voneinander für tot. Erst neun Stunden später bemerken die Bestatter, dass die Frau noch lebt. Sie verstirbt zwei Tage später auf der Intensivstation (Oberösterreichische Nachrichten, 22.02.1991).

Fall 3. Nachdem ein 80-jähriger Mann aus Amstetten, Österreich, seine Wohnungstür nicht öffnet, findet das Rettungsteam den Mann leblos auf dem Boden; das EKG zeigt eine Asystolie. Herzdruckmassage und Beatmung über eine halbe Stunde bleiben erfolglos. Dreieinhalb Stunden nach der Feststellung des Todes durch den Notarzt nimmt der Leichenbestatter Bewegungen wahr und alarmiert erneut den Notarzt. Einen Tag später stirbt der Mann im Krankenhaus (Oberösterreichische Nachrichten, 26.09.2002)

Fall 4. Eine 80-jährige Frau aus dem Emmental, Schweiz, erleidet in ihrer Wohnung einen Kreislaufstillstand mit Kammerflimmern. Zufällig anwesende Mitarbeiter der häuslichen Krankenpflege beginnen sofort mit Reanimationsmaßnahmen. Der kurze Zeit später eintreffende Notarzt kennt die kardiovaskulären Vorerkrankungen der Frau, bricht die Wiederbelebungsversuche ab und erklärt sie für tot. Zwölf Minuten später fällt den Sanitätern beim Umbetten der Frau auf, dass sie atmet. 15 Stunden später stirbt die Frau im Krankenhaus (Neue Zürcher Zeitung, 26.08.2007)
Quelle: Anaesthesist 2010; 59:342–346; Auszug vier Fälle von insgesamt neun, die im Fachmagazin publiziert wurden. Kasten 1
Fallbeispiele von falsch-positiven Todesfeststellungen

Von H. Herff1, S.-J. Loosen, P. Paal, T. Mitterlechner, W. Rabl, V. Wenzel, Ärzte Woche 27 /2010

  • Herr Doctor Nabil Deeb, 23.01.2011 um 13:44:

    „Menschenrecht auf Gesundheit gilt auch für die Menschen in GAZA-Streifen .


    Nabil DEEB
    Arzt – Physician – Doctor
    PMI-Ärzteverein e.V.
    53140 Bonn


    Das wichtigste völkerrechtliche Abkommen zum Schutz des Rechts auf Gesundheit ist der Internationale Pakt über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte (UN-Sozialpakt), an den fast alle Länder der Welt ( = 189 Staaten ) auch Deutschland seit 1973 gebunden ist.

    Diesem Pakt zufolge versteht man das Recht auf Gesundheit als das Recht eines jeden Menschen auf das für ihn bzw. sie erreichbare Höchstmaß an körperlicher und geistiger Gesundheit (UN-Sozialpakt, Artikel 12 Absatz 1). Dies verpflichtet den Staat, die Vorraussetzungen zu schaffen, die für eine Person „im Krankheitsfall den Genuss medizinischer Einrichtungen und ärztlicher Betreuung sicherstellen“ (UN-Sozialpakt, Artikel 12 Absatz 2 d).

    Im Sinne des UN-Sozialpakts eröffnet das Recht auf Gesundheit einen Anspruch auf Zugang zur bestehenden Infrastruktur der öffentlichen Gesundheitsversorgung. Das Recht auf Gesundheit soll ohne Diskriminierung gewährleistet werden, die Leistungen der gesundheitlichen Versorgung müssen für die Betroffenen bezahlbar sein. Die rechtliche Möglichkeit allein, gleichberechtigten Zugang zu haben, reicht allerdings nicht aus. Vielmehr soll der Zugang auch tatsächlich (de facto) gewährleistet werden. Das ist nicht der Fall, wenn die Betroffenen von der Wahrnehmung dieses elementaren Rechts in aller Regel wegen strukturell bedingter Hürden absehen.

    Menschenrechte sind unveräußerliche Rechte. Sie sind grundsätzlich statusunabhängig .

    Der Gesundheitszustand eines Menschen ist von elementarer Bedeutung für ein Leben in Würde.

    Allgemeine Erklärung der Menschenrechte Resolution 217 A (III) vom 10.12.1948 :

    Artikel 12 :

    Niemand darf willkürlichen Eingriffen in sein Privatleben, seine Familie, seine Wohnung und seinen Schriftverkehr oder Beeinträchtigungen seiner Ehre und seines Rufes ausgesetzt werden. Jeder hat Anspruch auf rechtlichen Schutz gegen solche Eingriffe oder Beeinträchtigungen.

    In der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte wird in Art. 25 ganz konkret das Recht auf ärztliche Versorgung und Absicherung im Krankheitsfall festgehalten.

    Diesem Pakt zufolge versteht man das Recht auf Gesundheit als das Recht eines jeden Menschen auf das für ihn bzw. sie erreichbare Höchstmaß an körperlicher und geistiger Gesundheit (UN-Sozialpakt, Artikel 12 Absatz 1). Dies verpflichtet den Staat, die Vorraussetzungen zu schaffen, die für eine Person „im Krankheitsfall den Genuss medizinischer Einrichtungen und ärztlicher Betreuung sicherstellen“ (UN-Sozialpakt, Artikel 12 Absatz 2 d).

    Im Sinne des UN-Sozialpakts eröffnet das Recht auf Gesundheit einen Anspruch auf Zugang zur bestehenden Infrastruktur der öffentlichen Gesundheitsversorgung. Das Recht auf Gesundheit soll ohne Diskriminierung gewährleistet werden, die Leistungen der gesundheitlichen Versorgung müssen für die Betroffenen bezahlbar sein. Die rechtliche Möglichkeit allein, gleichberechtigten Zugang zu haben, reicht allerdings nicht aus. Vielmehr soll der Zugang auch tatsächlich (de facto) gewährleistet werden. Das ist nicht der Fall, wenn die Betroffenen von der Wahrnehmung dieses elementaren Rechts in aller Regel wegen strukturell bedingter Hürden absehen.

    Menschenrechte sind unveräußerliche Rechte. Sie sind grundsätzlich statusunabhängig und gelten daher auch uneingeschränkt für Frauen, Männer und Kinder. Der Gesundheitszustand eines Menschen ist von elementarer Bedeutung für ein Leben in Würde.

    Im Jahr 2000 haben 189 Staaten in den Millennium Development Goals (MDG) eine klare Aussage zu den globalen Gesundheitszielen getroffen und eine Kehrtwende in der globalen Gesundheit gefordert.

    UNO Menschenrechtsabkommen Pakt I (Sozialrechte) :

    Art. 12: «(1) Die Vertragsstaaten erkennen das Recht eines jeden auf das für ihn erreichbare Höchstmass an körperlicher und geistiger Gesundheit an.
    (2) Die von den Vertragsstaaten zu unternehmenden Schritte zur vollen Verwirklichung dieses Rechts umfassen die erforderlichen Massnahmen
    (a) zur Senkung der Zahl der Totgeburten und der Kindersterblichkeit sowie zur gesunden Entwicklung des Kindes;
    (b) zur Verbesserung aller Aspekte der Umwelt- und der Arbeitshygiene;
    (c) zur Vorbeugung, Behandlung und Bekämpfung epidemischer, endemischer, Berufs- und sonstiger Krankheiten;
    (d) zur Schaffung der Voraussetzungen, die für jedermann im Krankheitsfall den Genuss medizinischer Einrichtungen und ärztlicher Betreuung sicherstellen.


    Solange Menschen und ihre Regierungen nicht in ihrem Herzen und in ihrem Geist als Gleiche miteinander umgehen, werden die internationalen Dokumente wie die sog. „“ Allgemeine Erklärung der Menschenrechte „“ in unserer Wissenschaftsgesellschaft nicht viel ändern.!!!


    Die Leukämie und die traumatischen Verletzungen im toxischen Krieg gegen die Menschen in GAZA-Streifen mit abgereichertem Uran :-

    In vielen Regionen der Welt sind die Kinder bei politischen Unruhen und Kriegen zu militärischen Waffen ausgesetzt.

    Bei der o. g . Studie „“ Trends in Childhood Leukemia in Basrah, Iraq, 1993–2007 „“ konnten die amerikanischen Kollegen auch beweisen, erhöhte Erkrankungen der Kinder an Leukämie bei der verbreiteten Verwendung von Munition mit abgereichertem Uran stark ausgeprägt sind.


    Abgereichertes Uran im sinnlosen , massivsten chemonuklearen Krieg gegen den GAZA-Streifen :-

    Urangeschosse wurden im palästinensischen GAZA-Streifen von den israelischen Besatzungstruppen gegen den GAZA - Streifen eingesetzt .

    Zu den zahlreichen Palästinenser, die kurz vor Kriegsende in Gaza getötet wurden, gesellt sich die entweder durch die Auswirkungen von Abgereichertem Uran (Depleted Uranium, DU) oder durch kombinierte Ursachen bewirkte ständig zunehmende Anzahl von Kranken und Toten, es sind hauptsächlich Kinder und Jugendliche.

    Der Ausbruch der Krankheit kann im Fall von DU-Vergiftung bis zu 50 Jahre auf sich warten lassen, die derzeitigen Zahlen sind erst der Anfang.

    Die Auswirkungen von DU erstrecken sich auf eine Dauer von bis zu mehreren tausenden Jahren, sind also nie mehr wieder rückgängig zu machen ( nach der Literatur ) .

    Auf dem gesamten GAZA- Territorium, sind die Gewässer, die Luft, die Vegetation und die Tiere bereits schwer vergiftet. Und was die Menschen betrifft, so schnellen die Erkrankungen und die Todesfälle mit unglaublicher Geschwindigkeit in die Höhe.

    Wirkung der Munition aus abgereichertem Uran :-

    Uran ist eines der Elemente mit dem höchsten spezifischen Gewicht bzw. der höchsten Dichte.

    Gesundheitsschäden durch abgereichertes Uran :-

    Erkranken können alle Lebewesen - nicht nur Menschen, - die mit der Uranmunition und dem Uranoxidstaub in Berührung kommen: Rüstungsarbeiter bei der Produktion der Munition, Soldaten beim Transportieren, dem Lagern und beim Verschießen der Munition, alle Lebewesen im Einsatzgebiet und alle Lebewesen, die Nahrungsmittel aus dem Einsatzgebiet konsumieren, weil das Uran auch über die Nahrungskette in die Körper gelangt.

    Uranoxidteilchen von 2,5 µm Größe kann niemand sehen, riechen oder schmecken. Wenn mit der Nahrung Uranpartikel aufgenommen werden, können nur 0,2% durch den Darm in den Körper gelangen, der Rest wird mit den Exkrementen ausgeschieden.

    Hauptsächlich werden Uranoxidteilchen eingeatmet, gelangen in das Lungengewebe und dadurch in das Blut. Sie sind in den Körperflüssigkeiten nur sehr schwer löslich. Sie werden überwiegend im Skelett eingelagert, das als Langzeitdepot dient.

    Die „biologische „Halbwertzeit“ ist die Zeit, in der die Hälfte des aufgenommenen Urans wieder ausgeschieden ist. Sie ist auf jeden Fall länger als ein Jahr.

    Über die Blutbahn gelangt das Uran in die Leber und die Nieren, wo es die Zellen vergiftet. Die akute Gesundheitsschädigung besteht in einer chemischen Vergiftung durch das Schwermetall Uran, ähnlich wie bei einer Cadmium- oder Bleivergiftung, nur reicht schon eine wesentlich geringere Menge dafür aus. Bei fortgesetzt gleichmäßiger Abgabe von geringen Mengen Uran aus dem Knochenspeicher wird die nierenschädigende Wirkung anderer Umweltgifte, denen wir ausgesetzt sind, verstärkt.

    Die akute Schwermetallvergiftung durch Uran führt zu Funktionsstörungen von Nieren und Leber, bis zum tödlichen Funktionsausfall. Die geschädigte Leber ist nicht in der Lage, die Eiweißsynthese und den notwendigen kolloidosmotischen Druck aufrechtzuerhalten, so tritt das Wasser in den Bauchraum aus. Die geschädigte Niere ist nicht in der Lage, das Wasser auszuscheiden.

    2. Gesundheitliche Schäden durch niedrige Strahlendosis :-

    Die chronische Uranvergiftung führt zu einem AIDS-ähnlichem Immundefekt oder zu Krebserkrankungen, insbesondere Leukämie. Auch natürliche Radioaktivität verursacht eine gewisse Anzahl von Krebserkrankungen, denn es gibt keine unschädliche Niedrigstrahlung. Da das Uran in den Knochen eingelagert wird, ist dort der Ausgangspunkt der schwachradioaktiven Strahlung. Das Gewebe, das in -Strahlen am nächsten liegt, ist das Knochenmark, das Organ, inaReichweite der dem die Blutzellen und die Immunzellen gebildet werden. Wird dieses Immun- und Blutbildungsorgan radioaktiv verstrahlt, kommt es zu einer schweren Form der Blutarmut (aplastische Anämie), zu Krebserkrankungen wie Leukämie oder anderen bösartigen Neubildungen oder zum Immundefekt. Folgen des Immundefektes sind schwerste Verläufe von Masern und Kinderlähmung, Salmonellen- und Wurmerkrankungen, Herpes- und Zosterbildungen.

    Beim Hautkontakt mit abgereichertem Uran kommt es zu schlecht heilenden Wunden mit schmerzlosen Geschwüren. Sie sind deshalb schmerzlos, weil die schmerzempfindenden und -leitenden Sinnes- und Nervenzellen zerstört worden sind.

    Schließlich wird durch das abgereicherte Uran eine genetische Schädigung verursacht. Es kommt zu einer Häufung von Fehlgeburten, Totgeburten und Geburten lebensunfähiger Kinder.

    Von uranvergifteten Eltern wurden Kinder mit folgenden angeborenen Mißbildungen lebend geboren :-

    • Hydrocephalus mit Hirnnervenstörung und Schwachsinn
    • Phokomelie, einer ausgeprägten Mißbildung der Extremitäten wie nach Contergan
    • fehlende Knorpelbildung der unteren Extremitäten
    • Fehlbildung eines Beines mit Greiffunktion einer Hand
    • Fehlbildung, Zusammenwachsen der Finger und der Zehen
    • Lippen-Kiefer-Gaumenspalte
    • Abdominalspalt
    • Spina bifida, Spaltbildung der Wirbelsäule.

    Während des Zweiten Weltkrieges war im Oktober 1943 durch Deutschland eine großflächige Radioaktivität in die Kriegführung eingeplant. Auf diese Zeit geht wohl auch die Entwicklung „besonderer Geschosse“ zurück. Die US-Spionage hatte hiervon allerdings Kenntnis erhalten.

    D.U.-Geschosse wurden von den alliierten Truppen im Golfkrieg 1991 erstmalig angewandt, mit verheerenden Wirkungen und Folgen.


    Menschenrecht auf Gesundheit gilt auch für die Menschen in GAZA-Streifen .

    Human right to health also applies to the people of Gaza Strip.

    Droit à la santé de l'homme s'applique également à la population de la bande de Gaza.

    Människors rätt till hälsa gäller också för människorna i Gaza.



    Literatur :-

    1. Veröffentlichungen des Deutschen Instituts für Menschenrechte
    http://www.dimr.eu/questions.php?questionid=174 ;

    2. Veröffentlichungen der Ärzteorganisation „Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges“ (IPPNW).;

    3. Internationale Presseveröffentlichungen in verschiedenen Sprachen ;

    4. Zahlreiche Internationales Recht – und Medizin-Fachliteratur ;
    4 . International study confirms doubling of childhood leukemia rates in southern Iraq,
    , "Trends in Childhood Leukaemia in Basrah, Iraq (1993-2007), published in the American Journal of Public Health , American Journal of Public Health, 10.2105/AJPH.2009.164236. ;
    5. Rest der Literatur beim Verfasser


    Mit freundlichen kollegialen Grüßen

    Ihr

    Nabil DEEB
    Arzt – Physician – Doctor

    PMI-Ärzteverein e.V.
    Palästinamedico International Ärzteverein – ( P M I ) e.V.
    Palestine Medico International Doctors Association ( P.M.I.) registered association

    Department of Medical Research
    Département de la recherche médicale

    P.O. Box 20 10 53
    53140 Bonn – Bad Godesberg / GERMANY

    e.mail:


    PS.:

    Bei Anforderung von Literatur wenden Sie sich bitte an meine o. g . Adresse in 53140 Bonn.“

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