zur Navigation zum Inhalt
 
APA-Artikel 24. August 2017

Sozialversicherung - Erwartbare Reaktionen auf LSE-Studie

Die am Donnerstag vorgelegte Studie der London School of Economics zur Effizienz der Sozialversicherungen hat erwartbare Reaktionen gebracht. Während die bisherigen Kritiker des Sozialversicherungssystems die Studie ablehnen, sieht sich der Hauptverband der Sozialversicherungsträger bestätigt.

Hauptverbands-Chef Alexander Biach meinte, die Analyse bestätige den von den Sozialversicherungen eingeschlagenen Weg. Die begonnene Harmonisierung der unterschiedlichen Leistungen müsse fortgesetzt werden und auch die weitere Bündelung von Aufgaben der einzelnen Träger sein ein Gebot der Stunde. Auch ÖAAB-Obmann August Wöginger und Generalsekretär Karl Nehammer sehen den eingeschlagenen Reformweg eindeutig bestätigt.

Für die Wirtschaftskammer führt an Reformschritten in Richtung Effizienzsteigerung, Kosteneinsparung und Optimierung kein Weg vorbei. Der Leiter der sozialpolitischen Abteilung, Martin Gleitsmann, betonte, dass zahlreiche Vorschläge auf dem Tisch liegen. Jetzt müsse daraus eine nachhaltige Lösung mit Fokus auf Qualität und Effizienz herausgefiltert werden.

Der Präsident der Industriellenvereinigung, Georg Kapsch, rief ebenfalls dazu auf, Strukturreformen jetzt anzugehen. Organisationsstrukturen und Mittelverwendung in der Sozialversicherung müssten effizienter werden. Sylvia Hofinger, Geschäftsführerin des Fachverbandes der Chemischen Industrie, sieht in der Studie nur ein Placebo für die kranken Kassen, die dringend reformiert werden sollten.

Der stellvertretende FPÖ-Bundesobmann Manfred Haimbuchner rief dazu auf, schlanke und effiziente Strukturen zu schaffen. "Wir müssen uns von dem Filz und Speck, der über die Jahrzehnte bei den Sozialversicherungsträgern aufgebaut wurde, verabschieden." Haimbuchner verwies auf die FPÖ-Forderung nach Zusammenlegung von Trägern und behauptete, dass damit ein Einsparungspotenzial von einer Milliarde Euro lukriert werden könne.

Für NEOS-Sozialsprecher Gerald Loacker ist der Nutzen der LSE-Studie "gleich null". "Die Vielzahl an Lösungsvarianten ohne klare Handlungsanleitung machen die Studie nur zu weiterer Munition für sozialpartnerschaftliche Grabenkämpfe in Rot und Schwarz", meinte Loacker.

apa.at

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben