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APA-Artikel 21. August 2017

Alpbacher Gesundheitsgespräche: Pharmig - Preis nicht allein wichtig

Neue Arzneimittel und Therapien sollten nicht allein auf der Basis ihrer Preise diskutiert werden. Dies erklärten am Montag Vertreter der Vereinigung Pharmazeutischer Unternehmen (Pharmig) bei den Alpbacher Gesundheitsgesprächen (bis 22. August). Sowohl am Sonntag bei der Eröffnung als auch am Montag ging es dort auch um die Leistbarkeit neuer Therapien im Gesundheitswesen.

Pharmig-Generalsekretär Jan Oliver Huber, wurde in einer Aussendung so zitiert: "Wir setzen uns dafür ein, dass der Wert innovativer Arzneimittel ganzheitlich betrachtet und nicht auf den Preis reduziert wird. Damit meine ich beispielsweise reduzierte oder verhinderte Krankenhausaufenthalte, keine lebenslange Medikation mehr oder auch eine frühere Rückkehr ins Arbeitsleben." Das mache alles den Wert neuer und effizienter Arzneimittel aus.

Der Großteil des Pharmamarktes bestehe jedenfalls aus Produkten, die unter Preisdruck stünden. "Die jüngsten Gesetzesänderungen werden die Preise noch weiter nach unten drücken. Gleichzeitig leisten wir weiterhin und aus Überzeugung Solidarbeiträge in mehrfacher Millionenhöhe. Wir nehmen unsere Verantwortung als Systempartner wahr und können nicht ständig unseren Kopf für den mangelnden Reformwillen in anderen wichtigen Bereichen des Gesundheitswesens hinhalten", sagte Huber.

Auch Pharmig-Präsident Martin Munte betonte, man müsse an neuen Preismodellen arbeiten. Diese entstünden in einem Diskussionsprozess mit den Systempartnern. Die Krankenkassen in Österreich würden aber den Beitrag der Pharmaindustrie nicht entsprechend darstellen: "Die Ausgaben für Arzneimittel werden in der Gebarung der Krankenkassen zwar aufgelistet, aber der Solidarbeitrag (vereinbarte Rückzahlungen der Pharmaindustrie; Anm.) wird beispielsweise anderswo verbucht. Das waren immerhin 125 Millionen Euro im vergangenen Jahr. Und auch die Rabatte, welche die einzelnen Unternehmen gewähren, finden keine Entsprechung in der Gebarung."

Man benötige eine reale Darstellung der Zahlen und Fakten. Gleichzeitig sollte man bei den Diskussionen über das österreichische Gesundheitswesen auch lang bekannte Probleme angehen. "Und dann bleiben immer noch viel größere Baustellen, etwa die extreme Spitalslastigkeit unseres Systems, die einen weit größeren Anteil an den Gesundheitsausgaben verursacht", sagte Munte.

apa.at

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