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APA-Artikel 16. August 2017

Krankenkassen: Verwaltungsapparat muss sich endlich zum Wohle der Patienten reformieren

"Die heute veröffentlichte Gebarungsprognose der Krankenkassen verdeutlicht einmal mehr, dass das System nach einer raschen Reform und Sanierung ruft. Die Sozialversicherung dreht vehement an den falschen Schrauben und schiebt Änderungen innerhalb der eigenen Strukturen konsequent auf die lange Bank", so Dr. Jan Oliver Huber, Pharmig-Generalsekretär. Dass nach wie vor der "Sündenbock" bei den Arzneimittelausgaben gesucht wird, stößt Huber sauer auf. "Es gibt keine, wie oft vom Hauptverband behauptete, exorbitante Steigerung bei Medikamentenausgaben", bekräftigt Huber die auch vom FCIO getätigte Richtigstellung zu vermeintlichen Arzneimittelausgaben.

Die Pharmawirtschaft ist und bleibt ein solidarischer Partner im Gesundheitswesen. Seit 2008 arbeiten Pharmawirtschaft und soziale Krankenversicherung auf vertraglicher Basis zusammen, um die Leistungsfähigkeit der gesetzlichen Krankenkassen, insbesondere gegenüber den Patienten, zu unterstützen. Seit Bestehen des Rahmen-Pharmavertrags erhielten die Krankenkassen bereits knapp 300 Millionen Euro an Solidarbeiträgen von der heimischen Pharmawirtschaft, 125 Millionen davon allein im vergangenen Jahr. Für 2017 und 2018 sind, abhängig von der tatsächlichen Ausgabensteigerung für Arzneimittel, bis zu 80 Millionen Euro pro Jahr vereinbart. Zusätzlich generieren Preissenkungen und Patentabläufe weitere Einsparungen zugunsten der Krankenkassen.

Dass genügend Geld und somit auch Potenzial bei den Krankenkassen steckt, zeigen auch die sehr variierenden Zuweisungen zu den Rücklagen. Zwischen 2010 und 2016 sind diese um weitere 760 Millionen Euro angewachsen und haben so zu den Gesamtrücklagen von drei Milliarden Euro beigetragen. Diese werden aber, so Huber, für politisch schlechte Zeiten gehortet. Huber plädiert einmal mehr für eine rasche Strukturänderung im Kassenwesen: "Wenn auf Seiten der Sozialversicherung nicht der Wille zu mehr Struktureffizienz und zur Veränderung besteht, dann muss diese durch politisches Zutun eingeläutet werden." Ansonsten wird das Gesundheitswesen an den falschen Ecken zugrunde gespart, wie es unter anderem auch durch die ASVG-Novelle Ende März bewiesen wurde.

apa.at

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