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APA-Artikel 16. August 2017

Fipronil - Einige positive, viele negative Proben in Österreich

Auch in Österreich sind Eier, die mit dem Insektengift Fipronil belastet sind, in Umlauf gekommen. Von 110 Proben, die bis Montag an die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) weitergeleitet wurden, bestätigte sich in acht Fällen der Verdacht, bei 19 weiteren laufe noch die Abklärung, teilte die AGES auf ihrer Homepage mit.

Der höchste gemessene Wert liegt bei 0,1 Milligramm pro Kilo, das sei um das Zehnfache weniger als der höchste Wert, der bisher in Belgien gemessen wurde. Nachgewiesen wurde das Insektengift in Eiprodukten für den Gastronomiegroßhandel mit Herkünften aus Deutschland, Niederlanden, Belgien und Polen. Drei Viertel der untersuchten Proben waren in Österreich frei von Fipronil (Frischeier, Backwaren, Hühnerfleisch, Kekse, Mayonnaise, Teigwaren und Waffeln).

Die Affäre war in Österreich zunächst aus Oberösterreich bekannt geworden. Gekochte und geschälte Eier, die zwei Großhändler vergangene Woche aus den Niederlanden importiert und an Gastrobetriebe verkauft hatten, waren unter Verdacht gekommen. Die oö. Lebensmittelaufsicht hatte Montagnachmittag von der AGES noch keine Untersuchungsergebnisse, hieß es aus dem Büro des zuständigen Landesrats Rudi Anschober (Grüne). Nach dem Auftauchen der Verdachtsfälle in Oberösterreich waren ergänzend noch bundesweit weitere Proben in Eiern sowie Eiprodukten gezogen worden. Frischeier waren bisher nicht betroffen.

Laut AGES besteht keine Gesundheitsgefährdung. Alle mit Fipronil belasteten Eierprodukte werden umgehend vom Markt genommen. Für Fragen zu Fipronil hat die AGES eine Infoline unter Tel: 050 555 555 eingerichtet. Das Mittel ist ein Breitspektrum-Insektizid. Dieses Insektizid wird beispielsweise in der Veterinärmedizin zur Bekämpfung von Flöhen und Zecken bei Hunden und Katzen verwendet. Es ist jedoch als Arzneimittel für die Anwendung bei Lebensmittel liefernden Tieren verboten.

Fipronil ist nach dem derzeitigen wissenschaftlichen Kenntnisstand nicht krebserregend und erbgutschädigend. Es kann beim Menschen neurotoxisch wirken. In höheren Dosen führt es zu Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen, bis hin zu Lähmungserscheinungen.

Bei den Mengen die bisher in den Eiern (Niederlande, Deutschland) gefunden wurden, ist von keiner gesundheitlichen Beeinträchtigung für Menschen auszugehen. Geht man von dem höchsten in einem Ei gemessenen Wert aus, so wäre eine tägliche Aufnahmemenge von sieben Eiern für Erwachsene bzw. einem Ei für ein Kind mit zehn Kilogramm Körpergewicht tolerierbar.

apa.at

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