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APA-Artikel 10. August 2017

Fragebogen 2 - Grundsätzlich positives Berufsbild vom Hausarzt

An sich haben die österreichischen MedUni-Studenten und Turnusärzte durchaus positive Ansichten bezüglich des Berufsbildes des Hausarztes. Doch es gibt auch schwerwiegende Mankos. Dies geht aus der Fragebogenstudie hervor, die am Donnerstag bei einer Pressekonferenz der Österreichischen Ärztekammer in Wien präsentiert worden ist.

Autorin Stephanie Poggenburg vom Institut für Allgemeinmedizin der MedUni Graz führte an Positiva an: 72 Prozent der Studierenden und 74 Prozent der Turnusärzte meinten, dass die persönliche und langjährige Arzt-Patientenbeziehung für den Hausarztberuf spreche. Die Bandbreite der Behandlung "banaler" gesundheitlicher Probleme wie auch das Eingreifen bei Notfällen werteten beispielsweise 67 Prozent der Medizinstudenten und 69 Prozent der Turnusärzte als positiv. Die berufliche Selbstständigkeit sahen 70 Prozent der MedUni-Studenten und 63 Prozent der Turnusärzte als Vorteil an.

Das Berufsleben als Kassen-Allgemeinmediziner hat laut der Befragung aber auch Nachteile: 74 Prozent der Studenten und 85 Prozent der Turnusärzte erwarteten sich zu wenig Zeit für den einzelnen Patienten. 60 Prozent der MedUni-Studenten sprachen von zu vielen Vorgaben durch die Krankenkassen, dieser Anteil betrug bei den Turnusärzten 82 Prozent. 50 Prozent der Studenten schätzten das Einkommen des Hausarztes im Vergleich zu Fachärzten für zu gering ein, ebenso 63 Prozent der Turnusärzte. Zuviel Administration erwarteten sich 45 Prozent der MedUni-Studenten und 68 Prozent der Turnusärzte.

"68 Prozent der Studierenden und 72 Prozent der Turnusärzte wollen in der niedergelassenen Praxis arbeiten", sagte Stephanie Poggenburg. In einer Gemeinschaftspraxis wollten 71 Prozent der Studenten und 78 Prozent der Turnusärzte später tätig sein (Einzelpraxis: je 49 Prozent der Studenten bzw. Turnusärzte). Für das Spital würden sich 65 Prozent der Studierenden und 53 Prozent der Turnusärzte entscheiden.

Karlheinz Kornhäusl, Obmann der Bundessektion der Turnusärzte in der Österreichischen Ärztekammer, sagte zu den Ergebnissen: "Diese Studie ist ein Plädoyer für die Vielfalt. Die Zukunft der medizinischen Versorgung in Österreich liegt in der Vielfalt. Wir werden starke Einzelpraxen, Netzwerke, Gruppenpraxen benötigen - und natürlich brauchen wir auch Spitäler." Die Ergebnisse der Befragung unterstrichen nur die absolute Notwendigkeit, bis zur österreichweiten Einführung der Lehrpraxen im kommenden Jahr, endlich deren Finanzierung sicherzustellen. Gerade in den Lehrpraxen würden die angehenden Ärzte mit dem Gedanken der Arbeit als Hausarzt "infiziert", hieß es bei der Pressekonferenz. "Die Lehrpraxis war die schönste Zeit meiner Ausbildung", betonte der Turnusärztevertreter.

apa.at

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