zur Navigation zum Inhalt
 
APA-Artikel 18. Mai 2017

Sieben Wiener Spitäler kooperieren in Sachen Tumortherapie

Die fünf Krebszentren des Wiener Krankenanstaltenverbundes (KAV), das AKH inklusive MedUni und das St. Josef-Spital der Vinzenzgruppe bündeln ihr Know-how in Sachen Tumorbehandlung und haben sich zum Vienna Cancer Center (VCC) zusammengeschlossen. Die Kooperation kommt nicht nur Patienten zugute, sondern soll auch die Durchführung größerer krebsspezifischer Studien ermöglichen.

Im AKH und in den KAV-Spitälern werden jährlich mehr als 31.000 Krebspatienten behandelt. Pro Jahr wird bei 3.700 Frauen und 3.400 Männern Krebs diagnostiziert. Die Betroffenen sollen nun im Rahmen des VCC von der Zusammenarbeit profitieren, sagte Gesundheitsstadträtin Sandra Frauenberger (SPÖ) am Donnerstag bei einer Pressekonferenz.

Vorerst werden die internistisch-onkologischen Abteilungen vernetzt, wo der Großteil der Patienten behandelt wird. Durch die Schaffung gemeinsamer Diagnostik und Therapiekonzepte nach neuesten Standards bekommen alle Krebspatienten Zugang zu den für sie am besten geeigneten Medikamenten, sagte Christoph Zielinski, der Leiter der Uniklinik für Innere Medizin und Koordinator des Comprehensive Cancer Center (CCC) von MedUni Wien und AKH. Die Überlebensrate der Patienten in Krebszentren beträgt nach Angaben des Onkologen über 80 Prozent, in nicht-zentralen Einrichtungen liege sie weit darunter.

Die Tumorforschung macht seit mehreren Jahren ungeheure Fortschritte. "6.000 verschiedene Krebsmedikamente sind derzeit in Erprobung", sagte Zielinski. Dass sie wirken, muss durch klinische Studien bewiesen werden - und dazu wird eine gewisse Zahl an Patienten benötigt. Genau hier sehen die Frauenberger und die Mediziner Chancen für das VCC. "Wien soll einer der zentralen Punkte zur Durchführung klinischer Studien europaweit und vielleicht sogar weltweit werden", erklärte Zielinski.

Neben Vorteilen für die Patienten und den Forschungsstandort Wien soll das VCC auch dem Ressourcen-Management zugutekommen. Sind in einem Spital alle Betten belegt, kann der Patient in ein anderes Haus wechseln und sicher sein, dieselbe Behandlung zu bekommen.

apa.at

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben