zur Navigation zum Inhalt
 
APA-Artikel 20. März 2017

Lange Wartezeiten - Hauptverband verhandelt mit Wirtschaftskammer

Vertreter des Hauptverbandes der Sozialversicherungsträger verhandeln heute am späten Nachmittag mit dem zuständigen Fachverband der Wirtschaftskammer über eine Regelung zur Vermeidung der langen Wartezeiten auf MRT-Untersuchungen. Die neue Gesundheitsministerin Pamela Rendi-Wagner (SPÖ) droht mit einer gesetzlichen Regelung, wenn sich die Vertragspartner nicht bis Ende März verständigen.

Als eines ihrer vorrangigen Ziele hatte Rendi-Wagner genannte, dass jeder Patiente, der dringend eine Magnetresonanz (MRT) benötige, diese auch bekomme. "Inakzeptabel" ist für sie, dass Patienten, die privat dafür zahlen, schneller einen Termin bekommen. Sollten die Vertragspartner keine Lösung erreichen, will sie daher einen Gesetzesvorschlag vorlegen. Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) hat in seinem Plan A das Ziel ausgegeben, dass Kassenpatienten nicht länger als 20 Arbeitstage oder vier Wochen auf eine Untersuchung warten müssen.

Vertreter des Hauptverbandes und des Fachverbandes der Gesundheitsbetriebe in der Wirtschaftskammer treffen nun heute am späten Nachmittag zur dritten Verhandlungsrunde seit der Neuauflage des Koalitionsabkommens zusammen. Der Geschäftsführer des Fachverbandes, Bernhard Gerstberger, erklärte auf Anfrage der APA, er hoffe auf eine Einigung. Da die Ministerin eine Frist bis Ende März gesetzt habe, gebe es auch schon einen gewissen Zeitdruck. Auch im Hauptverband hieß es, dass man eine Lösung auf dem Verhandlungswege anstrebe und es nicht auf eine gesetzliche Regelung ankommen lassen wolle.

Während Gerstbauer inhaltlich vor Beginn der Verhandlungsrunde nichts sagen wollte, betont man im Hauptverband das Ziel, das Privatzahler gegenüber Kassenpatienten nicht bevorzugt werden sollen. Das Ziel sei es, die maximal vier Wochen Wartezeit für Kassenpatienten nicht nur einzuhalten, sondern auch zu unterschreiten. Dabei strebe man auch eine Reihung nach medizinischer Dringlichkeit an, dass also etwa ein Tumor-Patient vorgereiht wird.

Eine wichtige Frage in den Verhandlungen, die auch mit den Wartezeiten zusammenhängt, ist die von den Instituten beklagte Deckelung der Ausgaben. Ein Arzt bekommt damit nur eine bestimmte Zahl von Untersuchungen von der Krankenkasse bezahlt. Alles, was darüber hinausgeht, muss der Arzt entweder kostenlos leisten oder privat verrechnen.

Im Hauptverband verweist man auch auf die gestiegenen Frequenzen bei MRT-Untersuchungen. So wurden im Jahr 2014 587.500 MRT-Untersuchungen gezählt, im Jahr 2015 waren es 600.620 Untersuchungen. Kein Problem sieht man hingegen mehr bei den Computertomografie-Untersuchungen (CT), wo 2014 352.852 registriert wurden, 2015 nur noch 310.200.

apa.at

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben