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APA-Artikel 18. November 2016

Kinderreha-Zentren in Rohrbach und St. Veit im Pongau

In Rohrbach in Oberösterreich und in St. Veit im Pongau (Salzburg) entstehen die Kinderreha-Zentren der Versorgungszone Nord mit insgesamt 109 Betten sowie 50 für die Familien von jungen Krebspatienten. Das hat der Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger am Freitag bekanntgegeben. Das oö. Projekt wurde in einer Pressekonferenz in Linz vorgestellt.

In Oberösterreich fungiert die hospitals Projektentwicklungsgesellschaft, die bereits sechs Rehazentren bundesweit führt, als Betreiber und Investor des 20-Mio.-Euro-Projektes. Neben dem bestehenden Landeskrankenhaus in Rohrbach wird ein Reha-Zentrum mit 77 Patientenbetten errichtet. Auch 47 Begleitpersonen können dort unterkommen. Man will eng mit dem Spitalsbetreiber gespag zusammenarbeiten. Die Bauarbeiten sollen im Herbst 2017 starten, der Patientenbetrieb im Herbst 2019.

Die Zahl der geplanten Betten entspreche dem veranschlagten Bedarf bis 2020, danach müsse man evaluieren, so der oö. LH Josef Pühringer (ÖVP). Während in Rohrbach die Fachbereiche Orthopädie, Kinderchirurgie, Neurologie, Herz-Kreislauf, Lungenerkrankungen, Kinder- und Jugendpsychiatrie sowie Entwicklungsstörungen abgedeckt werden, findet die Reha für Krebs- und Stoffwechselerkrankungen in St. Veit in Salzburg Platz. Dort haben Vamed und SALK den Zuschlag bekommen.

Österreichweit sind in insgesamt 343 Kinder- und Jugendreha-Betten, zuzüglich 50 für die Familien von Krebspatienten, vorgesehen. Vor zwei Monaten wurden die ersten Zuschlagsentscheidungen in der Versorgungszone Süd mit insgesamt 83 Betten vergeben. Als nächstes soll laut Hauptverband eine Ausschreibung in der Versorgungsregion West erfolgen. Für den Osten sind die Verfahren noch nicht abgeschlossen. Für den Betrieb werden österreichweit werden pro Jahr 32 Mio. Euro veranschlagt, erklärte OÖGKK-Obmann Albert Maringer. Diese Kosten teilen sich Sozialversicherungen und Länder drei zu eins.

In Österreich gab es bis dato aber keine speziellen Kinder-Rehazentren. Die Betroffenen wurden entweder gemeinsam mit 60- bis 85-Jährigen betreut oder mussten nach Deutschland ausweichen. Für Hauptverbandschefin Ulrike Rabmer-Koller ist die Einführung der Kinder-Rehabilitation daher "ein besonderer Meilenstein für die Sozialversicherung". Mit den eigens für Kinder eingerichteten Reha-Zentren würden Kinder "nicht mehr als Anhängsel neben der Behandlung von Erwachsenen gesehen". Denn zu ihrer Rehabilitation gehören beispielsweise auch Schulunterricht und Freizeitgestaltung. In der Regel begleitet ein Elternteil das Kind, bei kleineren Onkologie-Patienten ist vorgesehen, dass die ganze Familie mitkommen kann. Insgesamt sind in Österreich 5.000 Kinder so schwer krank oder behindert, dass sie für eine stationäre Rehabilitation infrage kommt.

Die Reaktionen auf die Präsentation der neuen Standorte waren durchwegs positiv: Der oö. ÖVP-Gesundheitssprecher Walter Aichinger und seine Grüne Kollegin Ulrike Schwarz sehen eine Aufwertung für Gesundheitsstandort Oberösterreich. Die Initiative Kinderreha ist zuversichtlich, dass die Vergabe der noch fehlenden Versorgungszonen bis Jahresende entschieden und dann erstmals eine flächendeckende Kinder- und Jugendrehabilitation in Österreich sichergestellt ist.

apa.at

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