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APA-Artikel 17. Oktober 2016

Schweizer Nationalratskommission für Qualitätsprogramme in der Medizin

In der Schweiz sterben pro Jahr gemäss Hochrechnungen zwischen 2000 und 3000 Menschen wegen vermeidbarer medizinischer Zwischenfällen. Die Qualität von medizinischen Leistungen müsse verbessert werden, fordert deshalb die nationalrätliche Gesundheitskommission (SGK).

Die Kommission empfiehlt ihrem Rat mit 22 zu 2 Stimmen, auf einen entsprechenden Entwurf des Bundesrates einzutreten, wie die Parlamentsdienste am Freitag mitteilten. Der Ständerat hatte das in der Sommersession abgelehnt. Er hält die Vorlage für unnötig.

Eine Verbesserung der Qualität könne sowohl Leiden verhindern als auch unnötige Kosten vermeiden, findet nun die Nationalratskommission.

Ziel sei es, bereits laufende Qualitätsbestrebungen verschiedener Organisationen besser zu koordinieren und zu unterstützen. Dies solle mit der Definition von nationalen Zielen, Qualitätsprogrammen sowie mit der Schaffung und Finanzierung einer nationalen Koordinationsplattform geschehen. Die Kommission beauftragt die Verwaltung, dieses Modell bis Anfang 2017 präziser auszuarbeiten.

Der Entwurf des Bundesrates sieht vor, die nationalen Qualitätsprogramme auszubauen. Spitäler und Ärzte sollen dabei unterstützt werden, ihre Behandlungsprozesse zu verbessern, damit Fehler vermieden werden. Als Beispiel dient ein Pilotprogramm in der Chirurgie: Mittels Checklisten soll verhindert werden, dass Patienten am falschen Körperteil operiert oder mit Kompressen im Bauch zugenäht werden.

Für die Qualitätsprogramme, Projekte und Grundlagenarbeit rechnet der Bundesrat mit jährlichen Kosten von rund 20 Millionen Franken. Finanziert werden soll der Betrag durch die Prämienzahler. Maximal würden 0,07 Prozent der durchschnittlichen Jahresprämie fällig. Pro Versicherten wären das gemäss Bundesamt für Gesundheit (BAG) rund 3.50 Franken im Jahr.

apa.at

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