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APA-Artikel 6. Oktober 2016

"tirol kliniken" ziehen sich von Uni-Pathologie zurück

Der landeseigene Krankenhauserhalter "tirol kliniken" zieht sich vom Institut für Pathologie der Medizinischen Universität Innsbruck zurück. Einen entsprechenden Bericht der "Tiroler Tageszeitung" (Donnerstagsaugabe) bestätigte ein Sprecher der APA. Man habe sich entschieden, ein eigenes Unternehmen zu gründen, erklärte "tirol kliniken"-Geschäftsführer Stefan Deflorian.

"Seit Jahren geht es am Uni-Institut bergab, aber nicht mehr bergauf. Es gibt einfach zu wenig Personal, für uns steht jedoch die Patientenversorgung im Vordergrund", sagte Deflorian der "TT". Zuletzt habe es wochenlange Verzögerungen bei den Untersuchungen gegeben. "Für unsere Patienten und letztlich für den notwendigen Therapieerfolg ist es aber nicht zu akzeptieren, dass sechs Wochen auf einen Befund gewartet werden muss. Die Pathologie ist eine der wichtigsten Schnittstellen in der medizinischen Versorgung", betonte der Geschäftsführer.

Ein Beschluss des Aufsichtsrates der "tirol kliniken" liegt seit Dienstag vor. Das Land schreibe die Leistungen aus und wolle dann mit Partnern eine eigene Pathologie-GmbH gründen, hieß es. Angedacht ist laut Deflorian eine eigene Gesellschaft, an der sich die "tirol kliniken" mit 51 Prozent beteiligen. Voraussetzung dafür ist nach dem Krankenanstaltengesetz eine Bedarfsprüfung. Danach erfolge eine europaweite Ausschreibung.

Für die Übergangszeit gebe es noch einen Vertrag mit der Med-Uni. Deflorian erklärte, man sei sich natürlich bewusst, dass die Universität für ihre Forschung weiterhin Gewebeproben von Patienten benötige: "Hier werden wir schon eine Kooperationsmöglichkeit eingehen."

Derzeit werden laut dem Bericht am Pathologie-Institut jährlich noch 14.000 Gewebeproben von Patienten der Innsbrucker Klinik analysiert. Das Landeskrankenhaus sei als letzter Großkunde übrig geblieben, weil sich immer mehr Spitäler im Land - etwa wegen Verzögerungen und Kritik an der Qualität der Befundungen - zurückgezogen hatten und ihre Gewebeproben stattdessen von niedergelassenen Pathologen bzw. anderen Instituten untersuchen ließen. Die Medizinische Universität kündigte indes noch für den Donnerstag eine Stellungnahme zum Schritt der "tirol kliniken" an.

apa.at

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