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APA-Artikel 3. Oktober 2016

E-Medikation: Ministerium hofft auf Deeskalation - Unterstützt Ärzte

Das Gesundheitsministerium hat am Freitag im Streit um die E-Medikation an alle Beteiligten appelliert, zu deeskalieren und zu einem geregelten Projektbetrieb zurückzukehren. Sektionschef Clemens Martin Auer betonte gegenüber der APA, dass der österreichweite Rollout erst dann kommen werde, wenn dieses IT-Projekt fertig und getestet sei.

"Ich stelle mich da vor die Ärzte", sagte Auer. Die E-Medikation könne erst dann bundesweit eingeführt werden, wenn die niedergelassenen Mediziner mit ihrer Ordinationssoftware problemlos damit arbeiten könnten. Noch sei man allerdings im Probebetrieb - dieser laufe gut, sei aber eben dafür da, noch vorhandene Probleme zu beheben.

Dass es der Ärztekammer mit ihrem Widerstand nur ums Geld gehen könnte, ließ Auer nicht gelten. "Das stimmt nicht." Über eine Anschubfinanzierung sei man ohnehin in Gesprächen.

Ob der Rolloutplan des Hauptverbands der Sozialversicherungsträger halten wird, wisse er nicht, so der Sektionschef. Dessen Chefin Ulrike Rabmer-Koller hatte in einem Vorstoß diese Woche einen Start im ersten Quartel 2017 und den Abschluss im zweiten Quartal 2018 genannt. Entschieden werde dies nach entsprechender Vorbereitung an seinem Tisch, betonte Auer. Erst dann werde es die notwendige Verordnung geben.

Anders sah das Volker Schörghofer, Hauptverbands-Vize und Geschäftsführer der SVC, der E-Card-Gesellschaft der Sozialversicherung. Die Ärztekammer verhindere jede Innovation im Gesundheitswesen, beschwerte er sich in einer Aussendung, und der Grund für die Blockade liege "einzig und allein in der Frage der Finanzierung". Die Sozialversicherung könne die Infrastrukturmaßnahmen bei den Ärzten aber nicht finanzieren, da die E-Medikation keine Sozialversicherungsleistung sei, sondern per Gesetz verpflichtend eingeführt wurde und die Kosten nicht auf die Versichertengemeinschaft abgewälzt werden könnten.

apa.at

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