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APA-Artikel 30. September 2016

E-Medikation - Ärzte brechen Teilnahme am Pilotversuch ab

Die Differenzen zwischen Ärztevertretern und Sozialversicherung um die E-Medikation eskalieren. Am Freitag gab die Ärztekammer Steiermark in einer Aussendung bekannt, dass die Ärzte in Deutschlandsberg aus dem dortigen Pilotversuch aussteigen. Das Projekt sei unausgereift, man habe kein Vertrauen mehr in den Hauptverband der Sozialversicherungsträger, hieß es.

"Den Ärzten im Bezirk Deutschlandsberg, die freiwillig und ohne jegliche Gegenleistung viel Zeit in den Pilotversuch 'E-Medikation' gesteckt haben, reicht es", hieß es in der Aussendung. Der Pilotversuch sei von Anfang an von Problemen begleitet gewesen. Teilweise habe die Kompatibilität der E-Medikations-Applikation mit der Ärztesoftware nicht hergestellt werden können, argumentieren die Ärztevertreter. Es habe Ausfälle und erhebliche Zeitverzögerungen gegeben.

Wie viele der Ärzte der Ausstieg tatsächlich betrifft, blieb vorerst offen. Während die steirische Ärztekammer generell vom Abbruch der Teilnahme schrieb, war in einer Aussendung der Bundes-Ärztekammer vom Ausstieg "nahezu aller Ärzte" die Rede. Zuletzt waren nach Angaben des Hauptverbands noch 19 niedergelassene Mediziner beteiligt, angemeldet hatten sich Ende Mai ungefähr 30.

Der Pilotversuch hätte mit dem heutigen 30. September auslaufen sollen. Kürzlich hatte die Sozialversicherung eine Verlängerung bis 30. November verkündet. Unmittelbar danach hätte der Steiermark- und später österreichweite Rollout erfolgen sollen. Das Gesundheitsministerium hatte dies allerdings von der Zustimmung aller Beteiligten - und damit auch der Ärzte - abhängig gemacht.

apa.at

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