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APA-Artikel 27. September 2016

E-Medikation - Sozialversicherung will Okay für bundesweiten Start

Die E-Medikation soll - beginnend mit der Steiermark - ab dem ersten Quartel 2017 österreichweit ausgerollt werden. Bis zum zweiten Quartal 2018 könnte sie bundesweit verfügbar sein. Diesen Plan hat der Hauptverband der Sozialversicherungsträger am Dienstag in einer Pressekonferenz bekannt gegeben. Noch wartet man allerdings auf das Okay aus dem Gesundheitsministerium, am liebsten per Verordnung.

Es geht dabei sich um eine Datenbank, in der für jeden Patienten die von Ärzten verordnete bzw. von Apotheken abgegebene Medikamente gespeichert werden. Die E-Medikation ist Teil der elektronischen Gesundheitsakte ELGA (http://www.gesundheit.gv.at), über die Patienten auch Einblick in ihre Liste bekommen. Ziel ist es, unbeabsichtigte Wechselwirkungen und Mehrfachverschreibungen zu verhindern.

Getestet wurde das System seit Ende Mai im steirischen Bezirk Deutschlandsberg. Statt bis Ende September soll der Test noch bis Ende November laufen, per 1. Dezember dann der verpflichtende Regelbetrieb in diesem Bezirk starten. Danach soll die ganze Steiermark und schließlich alle Bundesländer folgen.

"Es ist ein Gebot der Stunde, die E-Medikation so schnell wie möglich auf ganz Österreich auszurollen", betonte Hauptverband-Chefin Ulrike Rabmer-Koller. "Am Ende ist das Bundesministerium am Zug." Bereit dazu sei man, wurde in der Pressekonferenz versichert. "Wir sind Rollout-ready", meinte etwa Hauptverbands-Vize Volker Schörghofer, der auf eine entsprechende Verordnung hoffte und Bedenken von Ärzteseite beiseite wischte: "Jetzt geht es wirklich nur darum, die Starttaste zu drücken und das 'Go' zu geben."

Die technische Verfügbarkeit sei nachweislich gegeben, betonte Schörghofer unter Verweis auf den Pilotversuch. 94 Prozent der mit E-Card-System ausgestatteten Ärzte im Bezirk Deutschlandsberg, 90 Prozent in der gesamten Steiermark, 70 Prozent in ganz Österreich könnten zurzeit damit ausgestattet werden. Bei den Apotheken seien es 87 Prozent in der Steiermark und 85 Prozent bundesweit. Die Vorgangsweise sei mit der Ärztekammer, dem Ministerium, den Ländern und den Softwareherstellern abgestimmt.

Druck machte auch Patientenanwalt Gerald Bachinger, der auch auf die gut zehnjährige Historie des Projekts verwies. "Jeder Tag, der hier verzögert wird, führt zu ganz konkreten Patientengefährdungen." Schörghofer verwies darauf, dass man Kinderkrankheiten des Systems bereinigt habe und die Software fertig sei. Von "durchwegs positivem Feedback der teilnehmenden Ärzte und Apotheken" berichtete Rabmer-Koller. 57.000 Verordnungen seien bereits gespeichert worden. Derzeit nutzen 19 Ärzte das System, angemeldet hatten sich 30.

apa.at

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