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APA-Artikel 26. September 2016

Präimplantationsdiagnostik in der Schweiz: Strengere Auflagen für Laboratorien

Ab Herbst 2017 ist die Präimplantationsdiagnostik in der Schweiz unter bestimmten Bedingungen erlaubt. Das Gesundheitsdepartement hat nun strengere Qualitätsanforderungen für die in der Fortpflanzungsmedizin tätigen Laboratorien formuliert.

Den Entwurf für das Ausführungsgesetz legte das Eidgenössische Departement des Innern am Montag vor und schickte es in die Vernehmlassung, wie es mitteilte. Die Verfahren sind komplex. Die Laboratorien müssen deshalb zum Schutz von Frauen und Embryonen strenge Kriterien erfüllen. Mit dem neuen Gesetz werden sie noch strenger.

Betroffen sind Laboratorien der Reproduktionsmedizin, wo die Embryonen entwickelt werden. Die Präimplantationsdiagnostik an einer oder zwei Zellen dieser Embryonen geschieht dann in einem genetischen Labor.

Für beide Laboratorien steigen die Anforderungen. Die reproduktionsmedizinischen Labors müssen ein Qualitätsmanagement haben. Chef dieser Labors müssen eine bestimmte fachliche Grundausbildung und eine Weiterbildung haben. Ausserdem sind sie verpflichtet, sich mit Fortbildungen auf dem neuesten Stand zu halten.

Genetische Labors brauchen wie bisher eine Bewilligung des Bundesamts für Gesundheit. Neu müssen jene, die Präimplantationsdiagnosen vornehmen, zusätzlich eine Akkreditierung einholen. Deren Laborleiter müssen zudem über den Titel "Spezialist für medizinisch-genetische Analytik FAMH" oder "Spezialist für Labormedizin FAMH, medizinische Genetik" verfügen.

Die Vernehmlassung zu den Ausführungsbestimmungen dauert bis zum 9. Januar 2017. Das Schweizer Stimmvolk hatte sich am 5. Juni deutlich für die Zulassung der Präimplantationsdiagnostik ausgesprochen.

apa.at

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