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APA-Artikel 22. September 2016

Gesundheit - Ärztekammer will Gipfel mit Bundeskanzler

Die Ärztekammer fordert einen Gipfel, angeführt vom Bundeskanzler, zur medizinischen Versorgung in Österreich. "Gesundheitsversorgung ist auch Chefsache", wandte sich Vizepräsident Johannes Steinhart am Donnerstag bei einer Pressekonferenz an Regierungschef Christian Kern (SPÖ). "Viele offene Baustellen" könnten nämlich in den kommenden Jahren zur Krise führen.

Steinhart lud Kern ein, "einen institutionenübergreifenden Gesundheitsversorgungsgipfel mit allen Stakeholdern zu initiieren". Dieser solle am besten noch in diesem Jahr ins Leben gerufen werden und so lange dauern, bis man Einigkeit in den wesentlichen Fragen gefunden hat. Die aktuellen Missstände in den Wiener KAV-Spitälern seien dabei nur eines von vielen Symptomen dafür, dass die gesamte Versorgung bröckle, in den Spitälern wie im niedergelassenen Bereich.

Im Rahmen eines solchen Gesundheitsversorgungsgipfels solle man auch die Bevölkerung fragen, was für sie wichtig sei, betonte Steinhart: "Etwa ob ein Teil des Geldes, das die Österreicherinnen und Österreicher für 22 Krankenkassen und einen Hauptverband zahlen, nicht besser in Gesundheitsleistungen investiert werden sollte." Generell teilte der Ärztekammer-Vize gegen den Hauptverband aus, der lediglich Verwalter und nicht Zahler sei.

Als eine der größten "Baustellen" nannte Steinhart die Folgen des Krankenanstalten-Arbeitszeitgesetzes. Wer Spitalsleistungen etwa in den Ambulanzen zurückfahre, erhöhe den Zulauf zu den Ordinationen. Dazu komme die künstliche Verknappung von Ressourcen durch Deckelungen und Degressionen. Die Folge seien oft lange Wartezeiten. Dass ein solches System überhaupt noch funktioniere, ist laut Steinhart zu einem guten Teil den Wahlärzten zu verdanken. Wenn der Hauptverband derartige Nebentätigkeiten nun verbieten wolle, sei dies kontraproduktiv.

Als weitere Baustelle, die bei dem geforderten Gipfel angegangen werden soll, nannte der Vizepräsident der Ärztekammer den Nachwuchs an Ärzten. So sei die Zahl der Humanmedizin-Absolventen von 2003 auf 2015 nicht gestiegen, der Anteil ausländischer Studierender habe sich hingegen mehr als verfünffacht. Das heiße, dass ein wesentlicher Teil der Medizinstudenten nicht als Arzt in Österreich arbeiten werde. Weitere Kritikpunkte Steinharts: Die elektronische Gesundheitsakte ELGA, Mystery Shopping und E-Medikation.

apa.at

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