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APA-Artikel 16. September 2016

Eltern brauchen bei der Sexualaufklärung Hilfe

Die Eltern sind bei der Sexualaufklärung für Kinder und Jugendliche wichtige Ansprechpartner. Studienergebnisse über die Aufklärung im familiären Umfeld zeigen aber, dass sie dabei Unterstützung brauchen können.

Tendenziell zeigte sich in der Studie, dass die Eltern die selben Inhalte auf die selbe Art vermitteln, wie sie sie als Kinder und Jugendliche selbst erhalten haben. Dabei stehen die Risikoprävention, die Fortpflanzung, die Einvernehmlichkeit und die Liebesbeziehung im Vordergrund, wie die Organisation Sexuelle Gesundheit Schweiz am Freitag mitteilte.

Die Rollenbilder sind dabei eher stereotyp: Die Mädchen sollen geschützt werden - vor den Knaben. Die Knaben ihrerseits sollen lernen, die Mädchen zu beschützen. Ziel der Eltern ist die Selbstbestimmung und der Schutz der Integrität. Die Vermittlung von Rechten oder das Aufbrechen von Rollenbildern ist ihnen kaum möglich, befinden die Studienverfasser.

Sexualaufklärung sollte indessen mehr umfassen als die Biologie. Jüngste Ansätze gründen auf einer umfassenden Sexualaufklärung, die auf den sexuellen Rechten beruht, die wiederum von den Menschenrechten abgeleitet sind. Diese Rechte gelten heute als wichtige Voraussetzung für die sexuelle Gesundheit, heisst es weiter.

Diese umfassende Aufklärung vermittelt unvoreingenommene und wissenschaftlich korrekte Informationen zu allen Aspekten der Sexualität und hilft gleichzeitig bei der Entwicklung von Kompetenzen.

Die Studie folgert, dass eine bessere Koordination zwischen der familiären und der formellen Sexualaufklärung wie etwa in der Schule nötig ist. Es zeigte sich, dass Eltern in allen drei Landesteilen grosses Vertrauen in die Schule setzen und erwarten, dass ihre Kinder dort Sexualaufklärung erhalten.

Das müsse gewährleistet sein, denn nur so habe jedes Kind Zugang zu Informationen und Dienstleistungen. Letztlich sei das auch Voraussetzung für eine sozial gerechte Gesellschaft, die ihre Kinder informiert und schützt.

Um die Eltern zu stärken, will sich die Organisation vermehrt für deren Bildung einsetzen, damit auch diese auf verlässliche und aktuelle Informationen zurückgreifen können. Darum lanciert Sexuelle Gesundheit Schweiz nächstes Jahr eine Elternplattform.

Die Studie ermittelte die Alltagspraxis informeller Sexualaufklärung bei 27 Eltern und 70 Jugendlichen in allen drei Sprachregionen.

apa.at

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