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APA-Artikel 16. September 2016

Aevis Victoria auf Wachstumskurs im ersten Halbjahr

Der Medizintourismus hat der Privatspitäler- und Hotelgruppe Aevis Victoria in der ersten Jahreshälfte Schwung verliehen. Der Umsatz zog um 1,2 Prozent auf 293,5 Millionen Franken an, obwohl die Erlöse des Hotel Palace Luzern neu nicht mehr dazu gezählt werden.

Für das Plus sorgten vor allem die Privatspitäler: Ihr Umsatz kletterte von 213,7 auf 222,2 Millionen Franken. Mehr Patienten ermöglichten laut einer Mitteilung vom Freitag das "solide Resultat", während die tieferen Tarife beim stationären Fallpauschalensystem Swiss DRG und dem ambulanten Tarifwerk Tarmed weiterhin eine Herausforderung blieben.

Die Gruppe profitierte insbesondere wieder stärker vom Medizintourismus mit Patienten aus dem Nahen Osten. Der Umsatz mit Patienten aus dem Ausland, die sich in den Spitälern von Aevis Victoria behandeln liessen, stieg um 10 Prozent. Im vergangenen Jahr hatte Aevis Victoria weniger ausländische Patienten anziehen können. Ein Teil dieses Rückgangs aus dem Vorjahr wurde nun aufgeholt, wie die Gruppe in der Mitteilung schreibt.

Auch mit der Profitabilität der Spitäler zeigte sich Aevis Victoria zufrieden. Die Strategie, Spitäler zu kaufen und sie dann zu restrukturieren, habe sich in den ersten sechs Monaten 2016 ausgezahlt.

Derzeit zählen 15 Spitäler zur Gruppe. Ein 16. Spital ist im Visier: Anfang Woche gab Aevis Victoria bekannt, die Privatklinik Générale-Beaulieu in Genf übernehmen zu wollen. Bereits konnte sie einen Anteil von 29,36 Prozent in ihren Besitz bringen, den restlichen Aktionären wurde ein Kaufangebot unterbreitet, das das Spital mit 187,5 Millionen Franken bewertet.

Für Wachstum soll künftig zudem ein neues Standbein sorgen: Die Telemedizin. Dazu beteiligte sich Aevis Victoria Anfang Jahr zu 40 Prozent an der Medgate-Gruppe, einem Anbieter für telemedizinische Behandlungen. Im Laufe des Jahres kam eine Beteiligung von 10,6 Prozent an dem börsenkotierten Unternehmen Lifewatch dazu, einem Entwickler und Anbieter von ferngesteuerten diagnostischen digitalen Gesundheitsdienstleistungen.

Auch das Immobiliensegment generierte mehr Einnahmen, wohingegen es in der Hotellerie schleppender lief. Dort bekam Aevis Victoria die geringere Reiselust von Ausländern nach den Terroranschlägen in Europa zu spüren. Der Umsatz sank von 32,6 auf 26,7 Millionen Franken, wobei auch die Dekonsolidierung des Hotels Palace Luzern den Umsatz um 6,5 Millionen Franken drückte. Saisonal bedingt soll es gemäss Mitteilung bei der Hotellerie im zweiten Halbjahr aber besser laufen.

Für das Gesamtjahr 2016 geht Aevis Victoria unverändert davon aus, einen Gruppen-Umsatz von rund 600 Millionen Franken zu erwirtschaften, nach 577,7 Millionen Franken im Vorjahr.

Grosse Fortschritte konnte Aevis Victoria in der ersten Jahreshälfte zudem beim Betriebsgewinn vor Amortisationen und Abschreibungen (EBITDA) vermelden: Dieser kletterte um 27,9 Prozent auf 42,2 Millionen Franken. Unter dem Strich blieben 4,2 Millionen Franken, deutlich mehr als im Vorjahr mit 0,07 Millionen Franken.

Noch im Vorjahr hatten die tieferen Tarife im Spitalbereich sowie der Rückgang der ausländischen Patienten und ein höherer Finanzaufwand das Ergebnis gedrückt.

Den vollständigen Halbjahresbericht veröffentlicht Aevis Victoria am 27. September.

apa.at

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