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APA-Artikel 12. September 2016

Spitalsärzte - Rund 2.000 Teilnehmer bei Protestkundgebung

Wer die Wiener Innenstadt einmal auch im Sommer in Weiß erleben wollte, hatte am heutigen Montag dazu Gelegenheit: Rund 2.000 Ärztinnen und Ärzte sind am Vormittag - gewandet meist im berufstypischen Kittel - durch die City marschiert. Mit dabei hatten sie Transparente ("Mehr Zeit für unsere Patienten") sowie Trillerpfeifen und Ratschen, die für die entsprechende Geräuschkulisse sorgten.

Schlusspunkt des kurzen Protestzugs war der Stephansplatz. Ursprünglich war für die Abschlusskundgebung der Franziskanerplatz ins Auge gefasst worden. Laut Kammer wurde auf Wunsch der Polizei jedoch kurzfristig eine größere Örtlichkeit gewählt. Die war gut gefüllt. Auch die Veranstalter zeigten sich über den Andrang erfreut: "Ich bin überwältigt", begrüßte Kammer-Vizepräsident Hermann Leitner die Demonstranten.

Auch Ex-KAV-Arzt Gernot Rainer, der von seinem Arbeitgeber nicht verlängert wurde und dies nun gerichtlich bekämpft, frohlockte: "Ich bin begeistert und tief beeindruckt." Der Vertreter des niedergelassenen Bereichs in der Wiener Kammer, Johannes Steinhart, garantierte den warnstreikenden Spitalsärzten wiederum die "volle Solidarität" der niedergelassenen Ärzte.

Den wohl größten Jubel erhielt Kammerchef Thomas Szekeres - auch wenn seine Worte angesichts des pünktlich zur Präsidentenrede einsetzenden Steffl-Mittagsgeläuts nur schwer zu verstehen waren. Die Forderungen hatte er bereits unmittelbar vor der Kundgebung noch einmal skizziert: Neben der Rücknahme der Nachtdienstreduktion spricht man sich auch gegen "flächendeckende Schichtdienste" ohne Einwilligung sowie gegen ein "Herunterfahren des öffentlichen sozialen Gesundheitssystems" aus.

Auch ein "Bekenntnis zur Ausbildung in den Gemeindespitälern" wird verlangt. Die Stadt wird zudem ermahnt, die "vereinbarten Strukturmaßnahmen" umzusetzen. Hier spießt es sich offenbar besonders, denn KAV und Rathaus haben wiederholt betont, genau dies zu tun. Szekeres beteuerte heute hingegen einmal mehr, dass dies nicht der Fall sei, wobei als Beispiel der Ausbau der Notaufnahmen genannt wurde.

Es gebe zu wenig Aufnahmen, in denen auch Betten vorhanden seien. "Und dort, wo es die Betten gibt, gibt es zu wenig Personal, sie zu bespielen", kritisierte Szekeres. Dies könne dazu führen, dass ein Arzt in der Nacht bis zu 100 Patienten betreuen müsse: "Das funktioniert nicht."

Wie es nun weitergeht, ist offen. Laut dem obersten Kammerfunktionär wird das Aktions- und Streikkomitee der Interessensvertretung bereits am morgigen Dienstag erneut tagen. Dort sollen dann die nächsten Schritte beschlossen werden.

apa.at

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