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APA-Artikel 9. September 2016

OP-Wartezeiten: Klasse-Patienten in oö. Spitälern nicht bevorzugt

Die OP-Wartezeiten in oö. Fondskrankenanstalten sind laut Landesrechnungshof (LRH) nicht vom Versicherungsstatus abhängig. Termine würden transparent und nachvollziehbar vergeben. Zur Zeit der Prüfung musste man auf eine Grauer-Star-OP zwischen 15 und 158 Tagen warten, auf ein neues Knie- oder Hüftgelenk 29 bis 391 und auf eine Standard-OP in der Neurochirurgie rund 14 Tage.

Die Prüfer kamen zu dem Schluss, dass Termine generell transparent und nachvollziehbar vergeben wurden. Die unterschiedliche Wartezeiten seien in den geprüften Fällen plausibel gewesen. Eine Bevorzugung bestimmter Patientengruppen sei nicht festgestellt worden, so LRH-Direktor Friedrich Pammer in einer Aussendung.

Das Wartelisten-Regime des OÖ. Krankenanstalten-Gesetzes umfasst die Sonderfächer Augenheilkunde und Optometrie, Orthopädie und orthopädische Chirurgie sowie Neurochirurgie. Es legt fest, dass die Terminvergabe ausschließlich nach medizinischen und betriebsorganisatorischen Aspekten erfolgen muss. Akutpatienten werden überall sofort versorgt und scheinen daher in keiner Liste auf.

Trotz des im Großen und Ganzen recht erfreulichen Befundes sehen die Prüfer Verbesserungspotenzial: Sie empfehlen, auch die Unfallchirurgien in das Wartelisten-Regime einzubeziehen, da sie viele planbare orthopädische Operationen durchführen. Auch sollten soziale Kriterien - etwa, wenn durch die Wartezeit der Verlust des Arbeitsplatzes droht - berücksichtigt werden. Bisher wird das von manchen Spitälern zwar gemacht, im Gesetz vorgesehen ist es aber nicht.

Zudem bemängeln die Prüfer, dass sich die Wartelisten der einzelnen Häuser in der Form unterscheiden. In einer Krankenanstalt sei die Wartezeit aufgrund der Art der Dokumentation gar nicht nachvollziehbar gewesen. Schelte gab es aber auch für die Patienten: Manche würden OP-Termine sehr kurzfristig absagen oder erst gar nicht wahrnehmen. "Das stellt die Krankenanstalten vor große organisatorische Herausforderungen und verursacht einen hohen Aufwand", betonte Pammer. Man müsse die Patienten auf die Konsequenzen ihres Handelns hinweisen.

SPÖ-Klubvorsitzender Christian Makor hält die Forderungen des LRH zum Wartelistenregime für "mehr als berechtigt". Die Wartezeiten sollten zentral vom Land veröffentlicht werden, "dann weiß man als Patient auch, was Sache ist" und es entstünden für die Betroffenen weniger leere Kilometer.

Makor liest aus dem Bericht allerdings sehr wohl kürzere Wartezeiten von Sonderklasse-Patienten heraus. Er verwies in einer Aussendung darauf, dass die durchschnittliche Dauer bei orthopädischen Eingriffen in drei verschiedenen Häusern für Klasse-Patienten zwischen 48 und 83 Tagen, für andere zwischen 70 und 122 Tagen betrug. Beim LRH hieß es dazu, dass es auch umgekehrte Beispiele gebe, wo man in der allgemeinen Klasse schneller drangekommen sei. Insgesamt sei keine Bevorzugung ableitbar.

apa.at

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