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APA-Artikel 30. August 2016

Spitalsärzte - KAV befürchtet sehr wohl Folgen für Patienten

Der Wiener Krankenanstaltenverbund (KAV) warnt vor den Folgen eines Ärztestreiks. So harmlos, wie Ärztekammerpräsident Thomas Szekeres die Folgen darstelle, werden sie nicht sein, befürchtete KAV-Generaldirektor Udo Janßen. Es sei unvertretbar, wenn Patienten zu vereinbarten Terminen nicht drangenommen würden, wetterte er in einer Aussendung.

Im Zuge von Ärztestreiks in Deutschland im Jahr 2006 sei es zu "massiven Absagen" von Operationen gekommen. Am Klinikum Braunschweig hätte es an einem normalen Tag knapp 100 Operationen, an einem Streiktag nur 18 gegeben. Im Klinikum Essen kam es demnach im ersten Halbjahr 2006 im Zuge von Streiks zur Absage von mehr als 2.000 Operationen, an der Uniklinik Heidelberg wurden rund 700 Operationen abgesagt.

"Es zeugt von wenig Kenntnis des Spitalsbetriebs, wenn der Ärztekammerpräsident den Streiktag mit einem Feiertagsbetrieb vergleicht. Weder sind an Feiertagen Ambulanztermine vergeben, noch sind Operationen angesetzt", befand Janßen in einer Reaktion auf ein Interview des Kammerpräsidenten mit der APA. Tausende Patienten würden nicht jene Behandlung bekommen, "die sie sich zu Recht erwarten". "Wenn zum Beispiel ein krebskranker Patient aufgrund eines Streiktages nicht operiert wird, zeigt sich sehr deutlich, dass der Streik als allererstes unsere Patientinnen und Patienten trifft", zeigte sich der KAV-Chef überzeugt.

Der KAV versicherte einmal mehr, dass flexiblere Arbeitszeiten "deutliche Vorteile" für die Patienten brächten. Wartezeiten etwa würden kürzer werden, wenn der Sprung von Halbtags- in Ganztagsbehandlung geschafft werde.

apa.at

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