zur Navigation zum Inhalt
 
APA-Artikel 26. August 2016

Spitalsärzte - Wehsely weiter gegen neue Verhandlungen

Die Wiener Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely (SPÖ) sieht weiter keinen Anlass, erneut über Arbeitszeitregelungen für die Ärzte des Wiener Krankenanstaltenverbundes (KAV) zu verhandeln. Sie pocht auf die Umsetzung des vereinbarten Pakets. Nun erneut in Gespräche mit der Standesvertretung zu treten, wäre lediglich ein "Störfeuer", gab sie am Freitag im Gespräch mit der APA zu bedenken.

Die Ärztekammer hat sich am gestrigen Donnerstag mittels Offenem Brief an die Ressortchefin gewandt. Darin wurden jene Kritikpunkte aufgelistet, die nach Ansicht der Ärztevertreter dazu geführt haben, dass mehr als 90 Prozent der KAV-Mediziner Kampfmaßnahmen - die im Bedarfsfall bis zu einem Streik gehen könnten - befürworten.

Vor allem die geplante Reduktion der Nachtdienste (bei gleichzeitiger Erhöhung der Tagespräsenz, Anm.) wurde dabei ins Treffen geführt. Geklagt wurde aber auch über ein "unerträgliches Betriebsklima und mangelnde Mitarbeiterkommunikation" im KAV. "So ein Offener Brief dient sicher nicht der Verbesserung des Betriebsklimas", hielt Wehsely dazu fest: "Da geht es einzig und allein um Wahlkampf in der Ärztekammer."

Sie konstatierte den Versuch, "dies alles auf eine politische Ebene zu heben". "Da mach ich ganz sicher nicht mit", stellte sie gegenüber der APA klar. Wichtig sei nun, dass die vereinbarten Maßnahmen in Ruhe ausgearbeitet werden könnten: "Es arbeiten die Führungskräfte, ganz besonders die ärztlichen Direktoren und Primarärzte, Schritt für Schritt an der Umsetzung des mit der Ärztekammer ausverhandelten Pakets."

Sich dazu mit der Kammer zu treffen, habe keinen Sinn: "Das sind Punkte, die im Unternehmen sozialpartnerschaftlich gelöst werden müssen." Die Vorwürfe, die das kolportierte schlechte Betriebsklima betreffen, will die Stadträtin aber ernst nehmen. Sie habe den KAV ersucht, die konkreten Punkte zu prüfen und zu klären, berichtete Wehsely. Die Ärztekammer hatte sich unter anderem über "einseitige Anordnungen von Änderungen der Dienstzeiten" oder verspätete Auszahlung von Gehaltsbestandteilen ohne Information der betroffenen Mitarbeiter beklagt.

apa.at

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben