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APA-Artikel 24. August 2016

Alpbacher Gesundheitsgespräche: Positiver ELGA-Start

Die elektronische Gesundheitsakte (ELGA) bewährt sich im bisherigen Gebrauch laut deren Proponenten. "Wir könnten jederzeit in den Regelbetrieb gehen. Am liebsten sofort", sagte die Chefin des Hauptverbandes der Sozialversicherungsträger, Ulrike Rabmer-Koller, am Dienstag bei einer Pressekonferenz am Rande der Alpbacher Gesundheitsgespräche.

Am Vormittag hatte es zum Teil durchaus emotionale Diskussionen bei einer Plenarveranstaltung zu dem Thema gegeben. Vor allem Patientenvertreter hatten sich gegenüber dem Präsidenten der Österreichischen Ärztekammer, Artur Wechselberger, vehement für die Einführung des Systems ausgesprochen.

Am 9. Dezember begann in Wien und in der Steiermark der ELGA-Betrieb in den Spitälern. "Es wurden bisher fast zwei Millionen Befunde in dem System erstellt. Davon sind mehr als eine Million Laborbefunde", sagte Susanne Herbek, Geschäftsführerin der ELGA GmbH. In den steirischen Spitälern allein wurden bereits rund 700.000 Dokumente für Patienten erstellt.

Im Mai dieses Jahres begann im Bezirk Deutschlandsberg ein Pilotversuch mit der E-Medikation, also der Aufnahme aller verschriebenen und in den Apotheken abgegebenen Arzneimittel. Dort machen rund 30 Ärzte, sieben von neun Apotheken , das Landeskrankenhaus und ein Pflegeheim mit. Laut Ulrike Rabmer-Koller wurden dort schon 33.389 Verordnungen und rund 12.000 Arzneimittelabgaben (Apotheken) registriert. Beteiligt waren rund 7.400 Patienten.

Ängsten von Ärztevertretern über lange Wartezeiten im Betrieb des EDV-Systems in der Patientenversorgung versuchte die Chefin des Hauptverbandes der Sozialversicherungsvertreter mit dabei registrierten Ansprechzeiten zu kontern: "Das Abrufen eines Dokumentes dauert 50 Millisekunden. Das Speichern eines Dokumentes dauert weniger als 150 Millisekunden." Natürlich gäbe es in einem solchen System am Beginn "Kinderkrankheiten". Doch die Fehler würden sukzessive behoben.

Der für Rechtsangelegenheiten im Gesundheitsministerium zuständige Sektionsleiter Gerhard Aigner äußerte sich in Vertretung von Ministerin Sabine Oberhauser (SPÖ) ausgesprochen positiv: "ELGA ist ein Meilenstein in Richtung verbesserter Patientensicherheit. Eigentlich sollten wir stolz darauf sein, als Land diese Entwicklung in Gang gesetzt zu haben."

Es sei einfach falsch, wenn manche Ärztevertreter behaupteten, dass sie und Ihre Kollegen in Zukunft mit "Datenmüll" überflutet würden. "ELGA-Dokumente haben eine gewisse Struktur. Die Ärzte werden in Hinkunft wissen, wo sie die entscheidende Botschaft (in einem Spitalsentlassungsbrief etc.; Anm.) finden." Es werde auch kein neues Haftungsrecht für die Ärzte geschaffen. "Aber es wird besser nachvollziehbar sein, ob der Arzt auf die wichtigen Dokumente zugegriffen hat." An sich gibt es Verpflichtung, sich bei der Betreuung von Patienten mit den relevanten Daten auseinanderzusetzen schon immer. ELGA soll zunächst Arzt- und Labor- und Röntgenbefunde sowie die E-Medikation umfassen. Gleichzeitig haben die Patienten selbst Zugriff auf alle ihre Daten.

apa.at

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