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APA-Artikel 23. August 2016

Ab September Festanstellungen bei Mobilen Hilfsdiensten in Vorarlberg

"So viel wie möglich ambulant, so viel wie nötig stationär" bleibt der Grundsatz im Vorarlberger Pflegewesen. In einem einjährigen Strategieprozess haben die Fachleute des Landes die anstehenden Herausforderungen definiert und priorisiert. Wichtige Neuerungen betreffen etwa die Festanstellung von Kräften bei den Mobilen Hilfsdiensten (MoHi) sowie die Übergangspflege.

Nach Angaben von Soziallandesrätin Katharina Wiesflecker (Grüne) haben im vergangenen Jahr landesweit 1.785 MoHi-Helfer rund 5.000 Klienten betreut und dabei etwa 600.000 Einsatzstunden geleistet. Finanziert wurden die 51 MoHi-Institutionen über Mittel des Sozialfonds (zwei Millionen Euro) und der Gemeinden (eine Million Euro) sowie über die Zahlungen der Klienten. Der empfohlene Tarif für eine MoHi-Stunde liegt in Vorarlberg bei zwölf Euro.

Ein Konfliktthema ist dabei seit Jahren die Festanstellung von Helfern bei den Mobilen Hilfsdiensten. Ab September sollen nun 50 bis 55 Anstellungen mit einem Beschäftigungsausmaß von jeweils 50 Prozent realisiert werden. Dies werde durch ein Budget von 500.000 Euro möglich, sagte Wiesflecker. Für die Vergabe der Festanstellungen wurde ein Kriterienkatalog erarbeitet, für eine Anstellung prinzipiell infrage kommen ausgebildete Heimhelfer. "Ich bin froh, dass wir in dieser Form starten können", so die Landesrätin. Die Mobilen Hilfsdienste seien ein wesentliches Glied in der Versorgungskette, mit den Anstellungen werde die Attraktivität der MoHi-Institutionen erhöht und gleichzeitig der Abwanderung von ausgebildeten Heimhelfern entgegengewirkt.

Ein neues Projekt wird auch in der Übergangspflege von Senioren lanciert. In zwei noch nicht bestimmten Pflegeheimen im Norden und Süden des Landes sollen vorerst insgesamt zehn Plätze geschaffen werden. Dort werden Patienten aus orthopädischen oder neurologischen Abteilungen der Krankenhäuser - etwa nach einem Oberschenkelhalsbruch oder Schlaganfall - nach der Akutbehandlung für einen Monat aufgenommen und wieder auf das häusliche Umfeld vorbereitet. Gesundheitslandesrat Christian Bernhard (ÖVP) bezifferte die Kosten mit einer Million Euro, die von verschiedenen Trägern beglichen werden. Auch die Patienten haben einen Beitrag zu leisten, nämlich denselben wie bei der stationären Aufnahme in ein Krankenhaus (rund zwölf Euro pro Tag).

Wiesflecker wies darauf hin, dass man neben der Umsetzung von "großen Fragen" auch intensiv an den vermeintlich kleineren Anliegen in den Vorarlberger Regionen arbeite. So sei es etwa gelungen, dass der Krankenpflegeverein Feldkirch-Levis-Tisis im Rahmen eines Pilotprojekts ein Jahr lang die Busspuren in Feldkirch benützen dürfe. In der unberechenbaren Hauptverkehrszeit falle es der mobilen Krankenpflege nämlich oft schwer, rechtzeitig bei den Patienten zu sein.

apa.at

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