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APA-Artikel 4. August 2016

Oberhauser: Neuer 9-fach HPV-Impfstoff im kostenfreien Impfprogramm

Anfang 2014 hat das österreichische Gesundheitsministerium die Impfung gegen Humane Papillomaviren, HPV, als kostenfreie Impfung in das Nationale Kinderimpfprogramm aufgenommen. Nun gibt es einen neuen Impfstoff, der gegen die neun wichtigsten HPV-Typen schützt. Dieser wird in Zukunft im Rahmen des Impfprogramms eingesetzt werden, kündigte Ressortchefin Sabine Oberhauser (SPÖ) am Donnerstag an.

"Die Gesundheit unserer Kinder und Jugendlichen ist mir ein großes Anliegen. Daher freut es mich, dass wir auch den neuen HPV-Impfstoff kostenlos anbieten können. Damit sind wir in Europa das erste Land, in dem es den 9-fach-Impfstoff gegen HPV im kostenfreien Impfprogramm sowohl für Mädchen als auch Buben gibt", wurde die Ministerin in einer Aussendung zitiert.

Im nationalen, kostenfreien Impfprogramm gibt es ab Sommer 2016 den 9-fach-Impfstoff gegen HPV für Mädchen und Buben vom vollendeten neunten Lebensjahr bis zum vollendeten zwölften Lebensjahr. Mit Schulbeginn werden diese HPV-Impfungen auch in bestehenden Schulimpfprogrammen an österreichischen Volksschulen (vierte Schulstufe) angeboten. Für Mädchen und Buben ab dem vollendeten zwölften bis zum vollendeten 15. Lebensjahr bieten die Bundesländer Nachholimpfungen zum vergünstigten Selbstkostenpreis an. Der Einführung der Gratis-HPV-Impfung im Jahr 2014 waren jahrelange Diskussionen vorausgegangen. Experten - so auch die Österreichische Krebshilfe - hatten sie vehement gefordert.

"Die HPV-Impfung schützt nicht nur vor Gebärmutterhalskrebs, sondern auch vor einer Reihe anderer Krebsvorstufen und Krebserkrankungen. Die kostenfreie Impfung ist eine wichtige Maßnahme, um die Häufigkeit von Erkrankungen durch HPV zu reduzieren", stellte Sabine Oberhauser fest.

Der 9-fach-Impfstoff (wirksam gegen die HPV-Typen 6, 11, 16, 18, 31, 33, 45, 52 und 58) ist zugelassen für die Vermeidung von Genitalwarzen, Krebsvorstufen und Krebs des Gebärmutterhalses, der Scheide, der Vulva und des Anus. Die HPV-Typen 6 und 11 verursachen über 90 Prozent der Genitalwarzen, die HPV-Typen 16 und 18, 31, 33, 45, 52 und 58 verursachen etwa 90 Prozent aller Fälle von Gebärmutterhalskrebs und von meist operationspflichtigen Krebsvorstufen (www.bmgf.gv.at/HPV).

Die Impfung gegen das Human Papilloma Virus (HPV) wirkt sehr gut. "In Australien gibt es nach der breiten Einführung der Impfung unter den Unter-21-Jährigen praktisch keine Genitalwarzen mehr. Die Häufigkeit von Gebärmutterhalskrebs-Vorstufen ist bereits um 50 Prozent zurückgegangen", sagte vor kurzem der Wiener Gynäkologe Elmar Joura. Er hat an der Erprobung des bisher verwendeten Vierfach-Impfstoffes und der neuen Vakzine mitgearbeitet. Der neue Impfstoff steigere die Krebs-Schutzrate auf 90 Prozent, sagte er. Auch die Technologie der Vakzine, bei der als Antigen künstlich nachgebaute Virus-ähnliche Partikel mit eingebauten Protein-Bestandteilen von HPV verwendet werden, wurde ehemals in den USA von dem nun in Wien tätigen Immundermatologen Reinhard Kirnbauer entwickelt.

apa.at

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