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APA-Artikel 3. August 2016

CH: Sparpotenzial bei ambulanten Behandlungen wird nicht genutzt

Mit vermehrten ambulanten Behandlungen könnte in der Schweiz viel Geld gespart werden. Fehlanreize führen jedoch dazu, dass das Einsparpotenzial zu wenig genutzt wird, wie eine Studie von Price Waterhouse Coopers (PWC) zeigt. Vorgeschlagen wird deshalb ein neues Tarifsystem.

Bei ambulanten Behandlungen hinke das Schweizer Gesundheitswesen dem Trend im internationalen Vergleich noch hinterher, heisst es in einer Mitteilung der PWC vom Mittwoch. Das sei ein bedeutendes Versäumnis, zumal sich die Gesamtkosten in der Gesundheitsbranche seit 1995 verdoppelt hätten und im Vergleich zum Bruttoinlandprodukt überproportional gewachsen seien.

Anhand ausgewählter Eingriffe hat PWC das mögliche Einsparpotenzial für die Schweiz errechnet und kam dabei zum Schluss: Mit der Verlagerung von stationären Eingriffen in ambulante Strukturen liessen sich jährlich bis zu einer Milliarde Franken einsparen.

Heute würden jedoch Eingriffe wie Operationen von Leistenbrüchen, Krampfadern und an Mandeln, die sich in der Regel ambulant vornehmen liessen, noch häufig stationär durchgeführt. Eine Rolle spiele dabei die deutlich höhere Vergütung für stationäre Behandlungen.

Das derzeitige Finanzierungs- und Tarifsystem belohne innovative ambulante Betriebsmodelle wie tageschirurgische Zentren nicht, sondern bestrafe diese zum Teil erheblich, schreibt PWC. Fehlanreize verhinderten die Realisierung von Kosteneinsparungen.

Die Anreize seien so zu setzen, dass alle Akteure den Trend zu ambulanten Behandlungen unterstützen könnten. Nur auf diese Weise sei eine Kostensenkung langfristig umsetzbar. Als Lösungsansätze werden in der Studie verschiedene Formen ambulanter Fallpauschalen vorgeschlagen.

apa.at

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