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APA-Artikel 29. Juli 2016

Gesundheit - Ärztekammer sieht "Fortschritte" bei PHC-Verhandlungen

Auch die elfte Verhandlungsrunde über das geplante Gesetz für die neue medizinische Primärversorgung hat am Freitag auf Expertenebene keine Einigung gebracht. Die Ärztekammer konstatierte aber immerhin erstmals "Fortschritte", wenngleich auch Kammeramtsdirektor Johannes Zahrl gegenüber der APA immer noch von offenen Punkten sprach. Das Gesundheitsministerium sah "konstruktive Gespräche".

Die Verhandlungen sollen nach der Sommerpause Anfang September fortgesetzt werden.

Das Problem der Direktverträge zwischen Krankenkassen und den geplanten Primärversorgungszentren ohne Mitwirkungsrecht der Ärztekammer sei zwar noch nicht endgültig gelöst, diese von der Interessensvertretung vehement bekämpfte Möglichkeit scheine nun aber vom Tisch zu sein, meinte Zahrl. Wie nun die künftigen Gesamtverträge aussehen sollen, sei noch einer der wesentlichen offenen Punkte. Ebenfalls noch ungeklärt sei, wie das Auswahlverfahren der Ärzte für die Primärversorgung ausschauen soll. In der heutigen Verhandlungsrunde sei es vor allem darum gegangen, wo in Österreich welche Form der Primärversorgung errichtet werden soll, erläuterte der Kammeramtsdirektor.

Ärztekammer-Präsident Artur Wechselberger äußerte in einer Aussendung die Erwartung, "dass trotz Sommerpause die Gespräche mit den politisch Verantwortlichen fortgesetzt werden. Bund und Länder müssen ein elementares Interesse an einer konsensuellen Lösung zur Stärkung des Hausarztsystems und damit zur wohnortnahen ärztlichen Basisversorgung haben."

Als Knackpunkt bezeichnete Wechselberger ein Einlenken des Hauptverbandes der Sozialversicherungsträger bei den Vertragsfragen. Er forderte die Umsetzung von zukunftsweisenden Versorgungsmodellen zur Stärkung der Hausärzte. Ambulatorien der Krankenkassen oder gewinnorientierte ambulante Krankenanstalten von gewerblichen Betreibern seien keine zukunftsweisende Alternative zu Einzelpraxen, Gruppenpraxen oder Ärztenetzwerken in einem integrierten Versorgungssystem. "Viel wichtiger als sich an Struktur- und Machtfragen festzubeißen ist es deshalb, die noch gänzlich offenen Fragen der dafür notwendigen zusätzlichen Ressourcen, deren Kosten und die konkrete Finanzierung zu lösen", betonte Wechselberger.

In der Primärversorgung sollen Ärzte und Vertreter anderer Gesundheitsberufe künftig enger zusammenarbeiten, sei es in eigenen Zentren oder durch Vernetzung bestehender Einrichtungen. Profitieren sollen die Patienten, etwa durch längere Öffnungszeiten. Den Hausarzt abschaffen will man dadurch definitiv nicht, wird immer wieder betont - was seitens der Ärztevertreter aber bisher immer wieder in Zweifel gezogen wurde.

apa.at

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