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APA-Artikel 28. Juli 2016

Grüne wollen höhere Kassentarife für Hebammen

Die Grünen fordern höhere Kassentarife für Hebammen. Derzeit seien diese zu unattraktiv, weshalb viele ihre Kassenverträge zurücklegen und Mütter auf Privathebammen zurückgreifen müssen, kritisiert Frauensprecherin Berivan Aslan. "Die Betreuung für Wöchnerinnen wird zum Luxusgut", kritisierte Aslan im Gespräch mit der APA.

Hebammen bekommen laut ihren Angaben für eine Betreuung im Ausmaß von einer bis eineinhalb Stunden 35 Euro. Dies sei "eindeutig zu wenig", pocht die Mandatarin auf einen höheren Kassentarif. Auf eine Höhe will sie sich nicht festlegen, diese gelte es zu diskutieren, so Aslan. In einem entsprechenden parlamentarischen Antrag werde sie daher gemeinsam mit Gesundheitssprecherin Eva Mückstein daher höhere Kassentarife und die Anpassung der Kassenstellen für Hebammen an die Geburtsraten in den Regionen fordern.

Mütter werden oft bereits zwei, drei Tage nach der Geburt aus dem Spital entlassen und würden sich daher eine Betreuung zu Hause wünschen. Aslan gibt aber zu bedenken, dass private Hebammen zum Teil über 100 Euro verlangen, dies sei für Frauen mit geringem Einkommen nicht leistbar. "Wenn sich eine Mutter keine Wahlhebamme leisten kann, verzichtet sie auf die Nachbetreuung zu Hause", für das Baby stellt das ein gewisses Risiko dar, so die Abgeordnete.

Neben dem Antrag für höhere Kassentarife kündigte Aslan auch eine Anfrage an das Gesundheitsministerium an. Diese soll klären, ob Mütter tatsächlich bereits zwei, drei Tage nach der Geburt aus dem Krankenhaus entlassen werden.

Grundsätzlich drängt Aslan auch auf eine Aufwertung der frauentypischen Berufe: "Arbeitsbewertung findet auf betrieblicher Ebene statt, nicht aber bei den Verhandlungen der Kollektivverträge. Da muss man ansetzen, um frauenspezifische Tätigkeiten aufzuwerten."

apa.at

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