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APA-Artikel 18. Juli 2016

Psychische Störungen bei vielen in Italien ankommenden Flüchtlingen

Bei 60 Prozent von hunderten in Italien angekommenen Flüchtlingen sind laut einem von der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) am Freitag in Genf vorgestellten Bericht psychische Störungen feststellbar. Vielfach trügen die Bedingungen in den Auffanglagern zur Verstärkung der Probleme bei.

Die Organisation befragte in mehreren Notaufnahmelagern insgesamt 387 Personen. 87 Prozent der rund 200 Flüchtlinge, die MSF schliesslich wegen psychischen Störungen behandelt hat, erklärten, dass das italienische Asylsystem ihre Leiden noch verstärkt habe.

Italien kann den Flüchtlingen gegenwärtig angesichts der hohen Fallzahlen kein Asylverfahren innert nützlicher Frist bieten. Die Ankommenden müssen deshalb während mehrerer Monate in Notaufnahmezentren verharren, welche gerade im Gesundheitsbereich nicht auf die Bedürfnisse der Flüchtlinge eingerichtet sind.

MSF ruft deshalb zu einer Verbesserung der Situation in den Notaufnahmezentren auf und appelliert an die italienischen Behörden und die EU, die seelische Gesundheit der Flüchtlinge zu einer prioritären Aufgabe zu machen.

Die Befragungen für den Bericht fanden im Rahmen von MSF-Unterstützungsmassnahmen in drei italienischen Regionen zwischen Juli 2015 und vergangenem Februar statt.

apa.at

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