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APA-Artikel 15. Juli 2016

CH: Mehr Medizinstudienplätze dank Kooperation

Dank dem Ausbau des Bildungsnetzwerks Humanmedizin kann der Kanton Zürich mehr Studienplätze für die Medizinische Fakultät der Universität Zürich anbieten. Zudem sollen einige Studenten der Uni Zürich ihre klinische Ausbildung in Luzern absolvieren und der Kanton St. Gallen will ab 2020 einen Masterstudiengang in Medizin anbieten.

Um dem Ärztemangel zu begegnen, haben verschiedene Hochschulen eine Zusammenarbeit im Rahmen des Bildungsnetzwerks Humanmedizin beschlossen. Diesem sollen neben den universitären Spitälern des Kantons Zürich und den bisherigen Partner- und Lehrspitäler neu die ETH sowie die Hochschulen St. Gallen, Luzern und Tessin angehören, teilte der Zürcher Regierungsrat am Freitag mit.

Die Einzelheiten würden momentan im Rahmen der Vertragsverhandlungen geregelt. Das Netzwerk, das unter der akademischen Verantwortung der Medizinischen Fakultät der Universität Zürich steht, soll ab dem Studienjahr 2020/21 starten.

Eine erste Auswirkung dieser Kooperation ist die Erhöhung der Studienkapazität an der Medizinischen Fakultät der Universität Zürich. Der Regierungsrat hat beschlossen, ab dem Studienjahr 2017/18 auf Bachelorstufe die Aufnahmekapazität in Humanmedizin inklusive Chiropraktik um 72 auf 372 Plätze zu erhöhen.

Die Masterstufe wird ab dem Studienjahr 2020/21 um 65 Plätze auf 365 ausgebaut. Unverändert bleiben die 50 Studienplätze für die Zahnmedizin und die 80 Plätze für die Vetsuisse-Fakultät.

Auch der Kanton Luzern will einen Beitrag zur Behebung des Hausärztemangels leisten und unterstützt einen Studiengang, den die Universitäten Luzern und Zürich gemeinsam anbieten wollen, wie der Luzerner Regierungsrat am Freitag mitteilte.

So sollen pro Jahr 40 Studierende der Universität Zürich die gesundheitswissenschaftlichen, praktischen und klinischen Ausbildungsteile in Luzern absolvieren. Bei Studienabschluss werde ihnen ein Masterabschluss beider Universitäten, ein sogenannter Joint Master, erteilt. Die ersten Joint-Master-Diplome sollen 2023 verliehen werden.

Ein eigener Masterstudiengang Medizin an der Universität Luzern sei derzeit kein Thema, betonte der Regierungsrat.

Anders sieht es in St. Gallen aus. Dort will der Kanton ab Herbst 2020 einen Masterstudiengang in Medizin anbieten. Die Zürcher Regierung habe einer Kooperationslösung für den sogenannten "Medical Master" zugestimmt, teilte die Staatskanzlei am Freitag mit.

An der Universität St. Gallen soll ein Institut für Medizin gegründet werden. Die Hochschule St. Gallen (HSG) erhalte damit einen Anschluss zum wissenschaftlichen Wachstumssegment der Medizin, Gesundheitsforschung und der "Life Sciences". Die Regierung werde den Bericht der Projektgruppe "Medical Master St. Gallen" nach den Sommerferien beraten.

Der Bundesrat hatte entschieden, mit einer Anschubfinanzierung von 100 Millionen Franken zusätzliche Ausbildungsplätze für Ärzte zu finanzieren. Neu sollen zukünftig pro Jahr 1300 Humanmediziner ausgebildet werden - bisher waren es 900.

Das Interesse an den Bundesgeldern ist gross. So erwarten Zürich und Luzern, dass sich der Bund an den Kosten beteiligt. Die Kooperationspartner hätten beim Bund ein Gesuch eingereicht und einen Beitrag von rund 9 Millionen Franken beantragt, um den Luzerner-Zürcher-Studiengang in den Jahren 2017 bis und mit 2020 aufzubauen.

apa.at

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