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APA-Artikel 13. Juli 2016

NÖ Ärzte mit Lebens- und Arbeitssituation zunehmend zufrieden

Nach 2008 und 2013 hat die NÖ Ärztekammer in einer aktuellen Umfrage die Bewertung der Lebens- und Arbeitssituation der 7.525 Ärzte im Bundesland erhoben. Ergebnis: Die Zufriedenheit zeigt steigende Tendenz. Nach Kategorien fällt die Beurteilung der Wahlärzte am positivsten aus, gefolgt von Spitalsärzten. Das Schlusslicht bilden die Kassenärzte, die auch über bürokratische Belastungen klagen.

Die Rücklaufquote betrug 13,5 Prozent, sagte NÖ Ärztekammerpräsident Christoph Reisner bei einer Pressekonferenz am Mittwoch. Durchgeführt wurde die Umfrage im Mai und Juni, also noch vor dem ausverhandelten neuen Gehaltsschema für die Spitalsärzte, weshalb deren Kritik an zu geringer materieller Anerkennung bei gleichzeitig hohem Leistungsdruck überholt sei, meinte Vizepräsident Ronald Gallob.

94 Prozent der Wahlärzte seien zufrieden bzw. sehr zufrieden, bei den Spitalsärzten immerhin noch 71 Prozent. Bei den Kassenärzten sind es 54 Prozent. Diese seien in den vergangenen Jahren "am stärksten von bürokratischen Hürden und administrativen Ärgernissen betroffen, und es ist derzeit kein Ende abzusehen", stellte Dietmar Baumgartner, Kurienobmann der niedergelassenen Ärzte, fest. Zudem sei die Zahl der Patienten deutlich gestiegen, 40 Prozent der Kassenärzte würden sich pro Tag mehr als 100 Patienten widmen, während das Einkommen nicht dementsprechend angewachsen sei. 30 Prozent der Befragten gaben an, darüber hinaus mehr als zehn Stunden pro Woche für die Administration aufzuwenden. Wegen ELGA, Mystery Shopping etc. würden viele Kollegen überlegen, früher als geplant in Pension zu gehen, und es sei jetzt schon schwer, freiwerdende Kassenplanstellen nachzubesetzen, so Baumgartner.

Die positive Entwicklung der Situation bei den Spitalsärzten dürfte mit der geringeren Wochenarbeitszeit zusammenhängen. "Durchschnittlich arbeiten die Spitalsärztinnen und -ärzte heute um 14 Stunden weniger als vor acht Jahren und um immerhin fünf Stunden weniger als noch vor drei Jahren", sagte Gallob. Die Ausbildungsmöglichkeiten in den NÖ Krankenhäusern würden von fast der Hälfte der Befragten als gut oder sehr gut beurteilt und die Zusammenarbeit mit dem Pflegepersonal besser als früher bewertet.

Ohne Verpflichtung zu Öffnungszeiten würden Wahlärzte die Möglichkeiten der Selbstbestimmung schätzen, Frauen könnten ihren Beruf gut mit Kinderbetreuung koordinieren. Sie behandeln deutlich weniger Patienten als Kassenärzte, in den Ordinationen würden aber mehr komplementärmedizinische Behandlungen angeboten. 77 Prozent streben laut Reisner gar keine Kassenverträge an. 53 Prozent seien Allgemeinmediziner. "Viele Wahlärztinnen und Wahlärzte brauchen aber ein zweites Standbein, wie zum Beispiel eine Tätigkeit als Gutachter oder Betriebsarzt", betonte Reisner.

Abgefragt wurde auch die Meinung über die Standesvertretung: 57 Prozent zeigten sich mit der Arbeit der NÖ Ärztekammer zufrieden oder sogar sehr zufrieden (die Umfrageergebnisse sind auf der Website www.arztnoe.at ersichtlich).

apa.at

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