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APA-Artikel 8. Juli 2016

CH: Neuenburger Regierung hält an umstrittener Spitalplanung fest

Die Neuenburger Regierung will die Spitzenmedizin im Kanton gegen den Widerstand der Bevölkerung im Jura auf den Hauptort konzentrieren. Über die umstrittene Spitalplanung dürfte das Stimmvolk 2017 das letzte Wort haben.

Die Neuorganisation sieht eine Konzentration der Spitzenmedizin in Neuenburg vor, während sich das Spital in La Chaux-de-Fonds auf die Rehabilitation fokussieren soll. Zudem sind drei Polikliniken im Kanton vorgesehen.

In der Bevölkerung im Neuenburger Jura regte sich gegen diese Pläne der Regierung heftiger Widerstand. So protestierten zahlreiche Einwohner gegen die Schliessung der Operationssäle in La Chaux-de-Fonds und forderten mittels Initiative eine Geburtsklinik.

Auch wenn die Städte Le Locle und La Chaux-de-Fonds sich für zwei Standorte für die Spitzenmedizin ausgesprochen haben, bleibt die Regierung bei ihrem Konzept. Die grosse Mehrheit der Befragten habe das Konzept in einer Anhörung begrüsst.

Es biete zwei wichtige Pole im Kanton und eine nahe Gesundheitsversorgung durch die Polikliniken, sagte am Donnerstag der Neuenburger Gesundheitsdirektor Laurent Kurth (SP). Er bedauerte, dass die Gegner nur mit der Nähe argumentieren.

Während die Initiative für eine Geburtsklinik nur für die regionale Nähe plädiere, so berücksichtige der Kanton auch andere Faktoren wie Saläre, Angestellte und Ausbildungsplätze. Die Regierung will die Bevölkerung zudem besser über die komplexe Spitalplanung informieren.

Deshalb wird bis August eine Internetseite eingerichtet, wo drängende Fragen beantwortet werden. Auch zwischen den Standorten setzt die Regierung auf Dialog und setzt eine Beratungskommission ein.

In dieser sollen Patientenorganisationen, die Regionen, die Politik sowie Fachleute vertreten sein. Mindestens zweimal pro Jahr soll ein Austausch über den Betrieb stattfinden und damit Unklarheiten über Rollen und Verantwortlichkeiten vermieden werden.

Die Spitalplanung geht nun zunächst ins Kantonsparlament. Bis Anfang 2017 soll auch das Volk darüber abstimmen können. Die Spitalplanung soll als Gegenvorschlag zur kantonalen Volksinitiative für eine Geburtsklinik an die Urne gelangen.

apa.at

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