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APA-Artikel 7. Juli 2016

Grazer Solartechnikfirma Solid klimatisiert Spital in Nicaragua

Die Grazer Solartechnikfirma Solid wird in den nächsten neun Monaten für kühles Klima und warmes Wasser in einem Spital in Nicaragua sorgen. Das Unternehmen hat für ein Krankenhaus in Managua eine Groß-Solaranlage konzipiert. Die Finanzierung des 4-Millionen-Projektes wird mit einem "Soft Loan" der Österreichische Kontrollbank unterstützt, erklärte Geschäftsführer Christian Holter am Donnerstag.

Bei dem Krankenhaus handelt es sich laut Holter um das größte und modernste Spital in der nicaraguanischen Hauptstadt Managua mit rund 400 Betten. Der Komplex des Hospital Miltiar Dr. Aljandro Davalla Bolanos wurde erst im Vorjahr eröffnet, seither produziert er jedoch immense Kosten für die Warmwasserbereitung und vor allem für die Raumkühlung. In Zukunft soll eine rund 4.450 Quadratmeter große Solaranlage Abhilfe schaffen.

"Die von uns konzipierte Anlage wird des gesamten Warmwasserbedarf und dreißig bis vierzig Prozent des Kältebedarfs bereitstellen", erläuterte Geschäftsführer Holter. Dadurch würden jährlich rund 1.100 Tonnen Kohlendioxid-Emissionen eingespart, wie Cesar Barahona, Direktor des National Cleaner Production Centers in Nicaragua ergänzte. Das Projekt sei für gesamte Region Mittelamerika ein Vorzeigeprojekt mit hohem Überzeugungspotenzial, so Barahona. "Wir haben jetzt ein gutes Beispiel, wie die Energieversorgung mit erneuerbarer Energie funktionieren kann und ich denke, wir werden schnell viele internationale Gäste haben, die das sehen und auch haben wollen", warf Barahona einen Blick in die Zukunft.

Solid hat das Solarprojekt gemeinsam mit der UNIDO und dem "National Cleaner Production Centre of Nicaragua" (NCPC) entwickelt. Die Exportfinanzierung erfolgt über einen "Soft Loan" der Kontrollbank. Bei diesem speziellen Kredit für Projekte in Entwicklungsländern in den Bereichen Gesundheit, Bildung und Infrastruktur tritt die OeKB als Garantiegeber auf. Die Abwicklung erfolgt über die Raiffeisenbank Bank International. Die potenziale und Möglichkeiten für erneuerbare Energie in den Entwicklungsländern seien "enorm", so Solid-Geschäftsführer Holter. Er wünscht sich allerdings in Österreich ein stärkeres unterstützendes Instrumentarium für KMUs, um die Zeit von der ersten Planung bis zur Auftragserteilung besser überbrücken zu können.

Solid ist ein steirischer Pionier im Bereich der Solarenergie und hat seit mehr als 20 Jahren an die 300 Projekte weltweit realisiert. Erst im Juni hat das Unternehmen für die weltweit größte solarthermische Kühlanlage in einer Schule in Arizona, USA den renommierten "Intersolar Award" gewonnen. Die dortige 5.000 Quadratmeter große solarthermische Anlage produziert mit speziellen Großkollektoren Heißwasser mit bis zu 100°C und betreibt eine Kältemaschine zur Klimatisierung der Schulgebäude für 2.600 Schüler. Laut eigenen Angaben des Unternehmen sind rund 30 Mitarbeiter international mit der Planung, dem Bau und der Betreuung von großen thermischen Solaranlagen tätig.

apa.at

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