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APA-Artikel 5. Juli 2016

CH: Bedarf an Spitalversorgung steigt weiter

Seit 2002 steigt die Zahl der Spitalfälle. Und das wird auch so weitergehen: Gemäss Prognosen des Gesundheitsobservatoriums Obsan wird die Anzahl Fälle und Spitaltage besonders bei der Behandlung altersbedingter Leiden zulegen.

Der demografische Wandel schlägt sich auch im Bedarf an Spitalbehandlungen nieder. Das geht aus Prognosen hervor, welche das Obsan am Dienstag veröffentlichte. Anhand verschiedener Szenarien zum Bevölkerungswachstum bis 2030 und der Entwicklung der Aufenthaltsdauer im Spital, berechneten die Obsan-Experten, wie stark verschiedene Spitalbereiche künftig beansprucht werden.

Demnach müssen Bereiche, die eher junge Personen betreffen - wie Geburtshilfe, Neugeborene und Hals-Nase-Ohren-Heilkunde - mit einem vielfach geringeren Anstieg der Zahl Fälle und Spitaltage rechnen als solche, die eher altersbedingte Leiden behandeln. Dazu zählen die Nephrologie, Neurologie und die Gefässmedizin.

Je nach Kanton werde sich die Nachfrage nach Spitalleistungen sehr unterschiedlich entwickeln, so die Prognose. Beispielsweise sei die Bevölkerung im Kanton Freiburg noch jung und der Anteil der älteren Menschen werde zunehmen. Damit wird die Anzahl Fälle und Spitaltage dort stärker steigen als im Schweizer Durchschnitt.

Das andere Extrem ist demnach der Kanton Basel-Stadt, wo bereits heute ein hoher Anteil der Bevölkerung betagt sei. Die Anzahl Fälle werde dort entsprechend unterdurchschnittlich steigen.

Jedoch wird sich in Basel-Stadt - wie auch in anderen Kantonen mit einem Universitätsspital - wohl ein weiteres Phänomen auf den künftigen Bedarf an Spitalbehandlungen auswirken: Seit 2012 stellt das Obsan einen Anstieg der Patientenströme fest, wohl durch die Einführung der freien Spitalwahl. Patienten lassen sich also zunehmend nicht mehr in ihrem Wohnkanton behandeln.

Diese Entwicklung könnte sich in Zukunft noch verstärken, so der Bericht. Das werde auch für die Finanzen der Kantone nicht ohne Folgen bleiben.

apa.at

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