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APA-Artikel 4. Juli 2016

D: Versicherte schulden Krankenkassen immer mehr Geld

Krankenversicherte haben bei den Kassen 4,5 Milliarden Euro Schulden. Tendenz: steigend. Deshalb fordern die Kassen nun, der Staat solle mit Steuergeld einspringen.

Versicherte schulden den gesetzlichen Krankenkassen immer mehr Geld: Die Beitragsschulden besonders von freiwillig Versicherten summierten sich zuletzt auf 4,48 Milliarden Euro - gut 1,2 Milliarden mehr als noch Anfang 2015. Das geht aus einer Übersicht des Spitzenverbands der Krankenkassen hervor, über die die "Rheinische Post" (Samstag) zuerst berichtet hatte. 2011 hatten die Schulden insgesamt noch gut eine Milliarde Euro betragen.

Die Ursachen für die Beitragsrückstände sind nach Angaben des GKV-Spitzenverbandes vielfältig: Verbraucherinsolvenzen, finanzielle Instabilität bei freiwillig versicherten Selbstständigen oder Zahlungsunfähigkeit bei weitgehend fehlendem Einkommen.

Die Chancen für die Kassen, das Geld zu bekommen, sind oft gering: "Bei Mitgliedern, die nicht in der Lage sind, den notwendigen Lebensunterhalt einschließlich der Aufwendungen für die Krankenversicherung aus eigenen Kräften und Mitteln zu bestreiten, sind die Instrumente zur Durchsetzung des Beitragsanspruchs weitgehend wirkungslos", heißt es in dem entsprechenden GKV-Papier.

Deshalb fordert der Spitzenverband, der Staat müsse mit Steuergeld helfen. "Wenn es eine staatliche Versicherungspflicht gibt, bräuchte es auch eine staatliche Finanzierung der Beitragsausfälle bei den Kassen", sagte der Sprecher des GKV-Spitzenverbandes, Florian Lanz, am Samstag der dpa. Ein Sprecher des Gesundheitsministeriums sagte der "Rheinischen Post", man beobachte die Entwicklung der Rückstände "aufmerksam".

apa.at

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