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APA-Artikel 29. Juni 2016

50- bis 65-Jährige verdrängen Zukunft - 57 Prozent ohne Vorsorge

Der Großteil der Generation 50plus in Österreich verdrängt das Thema Wohnen im Alter. Nur etwas mehr als ein Viertel (27 Prozent) hat sich bis dato diesbezüglich konkrete Gedanken gemacht, ergab eine IMAS-Studie, deren Ergebnisse bei einer Pressekonferenz am Mittwoch in Wien präsentiert wurden. Je dringender eine rechtzeitige Planung wäre, desto eher werde die Thematik ausgeblendet.

439 Personen wurden im Auftrag von Silver Living, dem größten österreichischen Anbieter von Betreutem Wohnen im Alter, zwischen Februar und März über ihre Wohnsituation im Alter befragt. Auch wenn Selbstbestimmung ein zentrales Thema ist, kümmern sich im Vorfeld wenige um die passenden Weichenstellungen. "Bis Ende 2030 werden mehr als drei Millionen Österreicher den 60. Geburtstag hinter sich haben werden" erklärte Silver Living Geschäftsführer Walter Eichinger. "Die schlechteste Alternative ist nichts zu tun und darauf zu vertrauen, dass sich schon alles irgendwie ergeben wird."

Wenn die sogenannten Best Ager (Personen zwischen 50 und 65 Jahren) nicht bald über ihre Zukunft nachdenken, könnten viele den Punkt verpassen, an dem sie den Großteil noch selbst konkret entscheiden können, warnte Eichinger. Betreutes Wohnen kann Menschen in den Pflegestufen 1 bis 3 versorgen, was sieben von zehn Beziehern von Bundespflegegeld abdeckt. Grundsätzlich kann sich laut der Untersuchung ein Viertel eine derartige Lebensform im Ruhestand vorstellen. Ein wichtiger Aspekt ist dabei die Wahlfreiheit in Kombination mit garantierten allgemeinen Leistungen.

67 Prozent der berufstätigen Zielgruppe haben sich bisher noch so gut wie keine Gedanken über die Zeit nach der Pensionierung gemacht, zeigt die Untersuchung "Die Bedürfniswelt der Best Agers". Als einer der Gründe wird vor allem die Zufriedenheit mit der aktuellen Lebenssituation angegeben. Finanzielle Absicherung (73 Prozent) und die Möglichkeit, in den eigenen vier Wänden zu bleiben (61 Prozent), sind für die Befragten die wichtigsten Aspekte. "Nur rund ein Drittel hat sich einigermaßen intensiv damit auseinandergesetzt", erklärte IMAS-Meinungsforscher Paul Eiselsberg.

Die Verdrängung des angstbesetzten und unangenehmen Themas Alter sei ein Schutzmechanismus und finde auf Ebene des Individuums, der Familie und der Gesellschaft statt, erklärte der Psychiater Kurosch Yazdi vom Kepler Universitätsklinikum. Trifft man aber keinerlei Vorkehrungen, überlasse man die Lebensqualität im Alter weitgehend dem Zufall.

apa.at

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