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APA-Artikel 24. Juni 2016

Glyphosat - EU-Staaten erneut uneinig: Kommission am Zug

Die EU-Staaten haben sich nicht auf eine Verlängerung der Zulassung des weitverbreiteten Pflanzenschutzmittels Glyphosat geeinigt. Bei einer letzten Abstimmung von Vertretern der EU-Staaten am Freitag in Brüssel fehlte dafür die nötige Mehrheit, wie Diplomaten bestätigten. Österreich enthielt sich der Stimme. Jetzt wird die EU-Kommission entscheiden.

Frankreich und Bulgarien stimmten nach Angaben eines Diplomaten gegen die von der EU-Kommission vorgeschlagene Verlängerung der Zulassung um bis zu 18 Monate. Neben Österreich und Deutschland enthielten sich demnach fünf weitere Staaten, 19 Länder stimmten dafür. Die aktuelle Europa-Zulassung des Stoffes läuft Ende Juni aus.

Damit ist nun die EU-Kommission am Zug. Es wird erwartet, dass die Brüsseler Behörde bei ihrer für Montag geplanten nächsten Sitzung die Zulassung selbst verlängert. Die Kommission hatte bis zuletzt darauf gedrängt, dass die Staaten entscheiden. Glyphosat ist umstritten, der Wirkstoff steht im Verdacht, Krebs auszulösen.

Greenpeace forderte in einer Aussendung einen generellen Ausstiegsplan für Glyphosat bis Ende 2017 in Österreich sowie ein sofortiges Verbot überall dort, wo Menschen mit dem Wirkstoff direkt in Kontakt kommen können. "Respektiert die Kommission das in den EU-Verträgen verankerte Vorsorgeprinzip, dann muss sie von einer Verlängerung der Zulassung Abstand nehmen", erklärte Helmut Burtscher, Umweltchemiker bei Global 2000: "Denn im europäischen Zulassungsverfahren wurden wichtige Studien aussortiert oder schlicht falsch ausgewertet."

Burtscher sieht in der erstmaligen Glyphosat-Bewertung durch die Internationale Agentur für Krebsforschung der WHO drei grundlegende Schwächen des Europäischen Pestizid-Zulassungsverfahrens: die Geheimhaltung der Industriestudien, ihre mangelnde Kontrolle durch die Zulassungsbehörden und die Missachtung des in der EU-Pestizidverordnung verankerten "gefahrenbasierten Ansatzes".

"Das Zaudern der Mitgliedsstaaten ist nicht nachvollziehbar und ein Tiefschlag für die Europäische Union", sagte hingegen der Obmann der IndustrieGruppe Pflanzenschutz (IGP), Christian Stockmar. Die IGP geht aber davon aus, dass die EU-Kommission wie angekündigt den Wirkstoff für zwölf bis 18 Monate verlängern wird, bis die Europäische Chemikalien-Agentur (ECHA) einen wissenschaftlichen und harmonisierten Einstufungsprozess des Wirkstoffs auf Basis des EU-Chemikalienrechts abgeschlossen hat.

Die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) hat bereits bei der vorigen, ergebnislosen Abstimmung Anfang Juni erklärt, dass Glyphosat "als sicher für Menschen" angesehen wird und "somit den Anwender- und Konsumentenschutz in den wesentlichen Punkten gewährleistet".

In Österreich gibt es bereits ein Verbot, das Erntegut zu behandeln (Sikkation), dieses sollte nach Meinung der AGES und Umweltminister Andrä Rupprechter (ÖVP) auch auf EU-Ebene festgelegt werden, wie der Minister Anfang der Woche bekannt gab. Auch soll die Abgabe an nicht-professionelle Nutzer eingeschränkt werden. Außerdem müssten die Auswirkungen auf die Biodiversität berücksichtigt werden.

apa.at

  • Frau Roberta Orlek, 26.06.2016 um 19:18:

    „Es gibt über 300 internationale wissenschaftliche Studien, die in den letzten 20 Jahren die Krebsgefahr und andere gesundheitliche Folgen von Glyphosat für Mensch, Tier und Ökosystem belegen. Das Umweltinstitut München hat hier auf einem 12-seitigen PDF die Studienergebnisse auf Deutsch zusammengefasst.

    http://www.umweltinstitut.org/images/gen/aktionen/Roundup/Studien-Glyphosat.pdf

    Und für die Biologen, Ärzte und Toxikologen gibt es hier die 300 Studien auf Englisch, die in wissenschaftlichen Publikationen peer-reviewed veröffentlicht wurden und beweisen, dass Glyphosat krebserregend und hormonschädigend ist. Darüber hinaus tötet RoundUp auch Darmbakterien, was schon bei Kindern zu Allergien führt und es fördert bei menschlichen und tierischen Föten Missbildungen und vieles mehr, das jeder hier nachlesen kann:

    http://www.gmofreeusa.org/research/glyphosate/glyphosate-studies/

    Diese Studien sind veröffentlicht und von anderen Wissenschaftlern bewertet worden, im Gegensatz zu den geheimen Herstellerstudien zu Glyphosat von Monsanto, die geheim sind. Zudem hat das BfR sogar Leserbriefe und Anwenderberichte als Studien bewertet:
    Süddeutsche: http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/kampf-um-glyphosat-wenn-leserbriefe-von-monsanto-als-studien-gelten-1.2570374
ZDF: https://www.youtube.com/watch?v=vtuFi0O5rjQ 
Frontal21: https://www.youtube.com/watch?v=GdZ4b_5cDRQ
    Der Spiegel:http://www.spiegel.de/wirtschaft/lobbying-wie-genmais-gigant-monsanto-politik-macht-a-482238.html
    The Guardian: http://www.theguardian.com/environment/2016/may/17/unwho-panel-in-conflict-of-interest-row-over-glyphosates-cancer-risk

    Eine Zusammenfassung dieses Skandals, und wie das deutsche BfR die Glyphosat Zulassung versucht durchzuboxen, gibt es hier:
    https://www.youtube.com/watch?v=y_fn7IJvhjM


    Die Methodik des BfR und der Efsa haben auch 96 Wissenschaftler, Epidemiologen, Toxikologen, Statistiker und Biologen aus 25 Ländern in einem offenen Brief an den EU-Gesundheitskommissar Vytenis Andriukaitis kritisiert, da das BfR zahlreiche Studien aussortiert hat, die die Gefahr von Glyphosat für Mensch, Tier und Umwelt belegen.

    http://www.deutschlandfunk.de/streit-um-unkrautvernichtungsmittel-wissenschaftler.697.de.html?dram:article_id=338417

    Und auch die 250 Delegierten des 119. Deutschen Ärztetages, haben sich bereits bei der Bundesregierung gegen eine Verlängerung von Glyphosat ausgesprochen haben auch Lobbyisten der Ökos und NGOs?

    http://www.bundesaerztekammer.de/ueber-uns/landesaerztekammern/aktuelle-pressemitteilungen/news-detail/aerzte-fordern-widerruf-der-glyphosat-zulassung/

    Denn es darf nicht sein, dass die Industrieinteressen der Chemiekonzerne über die Gesundheit von 800 Mio EU Bürgern stehen.
    Und da hunderte, nicht von der Industrie bezahlte, Wissenschaftler in ihren Studien eindeutig die Gefahren von Glyphosat, den Abbauprodukten Aminomethyl-Phosphonsäure AMPA sowie den Hilfsstoffen Tallowamin, die sich in den über 90 verschiedenen und geheimen Glyphosat Herbiziden befinden, belegen, muss Glyphosat aus unseren Lebensmitteln und unserem Ökossystem herausgenommen werden.“

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