zur Navigation zum Inhalt
 
APA-Artikel 23. Juni 2016

Steirische KAGes automatisiert zentrale Krankenhausapotheke

Die Zentralapotheke der Steiermärkischen Krankenanstaltengesellschaft (KAGes) beschreitet neue Wege in der Logistik der Lagerhaltung: Die Einlagerung und Ausgabe von Medikamenten an die Häuser am Klinikum bzw. die Spitäler in den steirischen Regionen erfolgt nahezu vollautomatisiert. Rund 60.000 Medikamente können in der Kommissionierungsanlage des steirischen Logistikers Knapp AG gelagert werden.

Die Zeiten, in denen Mitarbeiter der Zentralapotheke der KAGes mit Bestelllisten auf Papier durch Regalzeilen liefen, um Auslieferungen in die Spitäler zusammenzustellen oder neue Medikamentenlieferungen von Pharmaunternehmen einzuordnen, sind vorbei. Mit dem Bau eines neuen Gebäudes für zentrale Dienste am Universitätsklinikum Graz und der Übersiedlung der Zentralapotheke in die neuen Räumlichkeiten am Klinikumsgelände ist auch ein High-Tech-Kommissionierungsautomat aus der Hause der Knapp-Gruppe eingezogen.

Zentralapotheken von Krankenhausverbünden bestellen Arzneien in Großmengen - palettenweise. Das bedeutet für die Apotheker viel Routinearbeit beim Einsortieren und dann das alles ein weiteres Mal, wenn Bestellungen aus den Verbundspitälern eingehen. Entlastung soll die in dem neuen KAGes-Gebäude untergebrachte neue Lagerautomationsanlage bringen: "In dem Automaten können 60.000 Medikamentenpackungen lagern. Der Roboter kann rund 1.500 Artikel stündlich zur Einlagerung übernehmen und gleichzeitig die Chargen- und Verfallsdaten erfassen. Auf Abruf können bis zu 2.250 Packungen pro Stunde an die einzelnen Spitalsstationen oder auch an die 17 Krankenhäuser im KAGes-Verbund ausgegeben werden. Alles geht effizienter und schneller", schilderte Knapp-Sales Manager Harald Hartl am Donnerstag im Gespräch mit der APA.

Bereits in den 1970er Jahren hat die auf Lagerlogistik und Automationssoftware spezialisierte Knapp AG mit Sitz in Hart bei Graz Pionierarbeit bei der Automation von Distributionslagern in der Pharmabranche geleistet. Mit der Beteiligung an der Gelsenkirchner Apostore hat das Unternehmen im Vorjahr sein Portfolio um Automationslösungen für Apotheken und Krankenhäuser ausgeweitet.

Aus Sicht der Leiterin der Zentralapotheke, Marianne Leitner, sind die platzsparende Lagerung der Medikamente, mehr Überblick, Personalentlastung und die gute Rückverfolgbarkeit der Chargen die wichtigsten Vorteile der neuen Automationslösung. Rund 90 Prozent der lagernden Medikamente werden vollautomatisiert eingelagert und kommissioniert. Bei den restlichen zehn Prozent handle es sich um Medikamente, die gekühlt und daher andernorts gelagert werden müssten. Darüber hinaus liefere die Anlage die an das SAP-System der KAGes angeschlossen ist, tagesgenaue Daten zur Lagerhaltung und -führung, ergänzte die Managerin des KAGes-Logistikprozesses, Maria Lanz.

Die steirische KAGes ist - neben den Kärntner Krankenanstalten - der zweite österreichische Spitalsverbund, der mit dem System des Grazer Logistikunternehmens Knapp AG ausgestattet wurde. Der Konzern beschäftigt laut eigenen Angaben weltweit rund 3.000 Mitarbeiter, 2.000 davon in Österreich. Im Jahr 2015 hat das Unternehmen 49 Prozent der Gesellschafteranteile an der KHT-Unternehmensgruppe, dem ältesten Anbieter von Kommissionier-Robotern, erworben. Damit ist der Grazer Logistiker auch an dem Gelsenkirchener Spezialisten für die Automatisierung von Lagerhaltung und Logistik in Apotheken, Apostore, beteiligt.

apa.at

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben