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APA-Artikel 20. Juni 2016

Primärversorgung: Ärztekammer erhofft Unterstützung bei Vertragsfrage

Die Ärztekammer begrüßt das Bekenntnis von Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser (SPÖ) zu einem von Hausärzten getragenen Primärversorgungssystem; erwartet sich aber Unterstützung bei Vertragsfragen. Kritik an den Aussagen von Oberhauser in der ORF-"Pressestunde" übte hingegen die Opposition.

Die Ressortchefin habe deutlich gemacht, dass die Bildung von Zentren nur eine von vielen Möglichkeiten zur Hausarztversorgung darstellt, erklärte Ärztekammerpräsident Artur Wechselberger in einem Statement gegenüber der APA. Er stimmt zu, dass die Primärversorgung durch eine Vernetzung der Hausarzt-Praxen sowie durch eine regionale Abstimmung verbessert werden muss. Von Oberhauser erwarte man sich nun Unterstützung zur Lösung der Vertragsfragen mit den Sozialversicherungen: "Die sinnvolle Konsensfindung muss auch hier an erster Stelle stehen und darf nicht von den Machtinteressen der Sozialversicherungen untergraben werden."

Kritik setzte es seitens der FPÖ. "Mit den Primary Health Care-Zentren soll ein DDR-System implantiert und das bewährte System des Hausarztes ruiniert werden", so Gesundheitssprecherin Dagmar Belakowitsch-Jenewein in einer Aussendung. "Sinnvolle Maßnahmen wie die Zusammenlegung der Sozialversicherungsträger schiebe die Ministerin hingegen auf die lange Bank", kritisierte die Abgeordnete weiters. Behinderten- und Pflegesprecher Norbert Hofer wiederum forderte, dass das neue Gesundheits- und Krankenpflegegesetz noch verbessert wird.

Auch die Grünen monierten im Gesundheitswesen "so viele Baustellen wie noch nie". Die Mandatarin Eva Mückstein befürchtet etwa, dass durch die Primärversorgung im niedergelassenen Bereich ein Parallelsystem zum Gesamtvertragssystem aufgebaut wird. Außerdem leide das Gesundheitswesen an der Zersplitterung der Planungs-, Finanzierungs- und Versorgungsverantwortung, kritisierte Mückstein.

Mangelnde Fortschritte orten auch die NEOS. "Die Patienten befinden sich im Wartezimmer der Politik", so Gerald Loacker. Er forderte gleiche Leistungen der Krankenkassen für gleiche Beiträge und will hier auch die Krankenfürsorgeanstalten der Landesbeamten einbezogen sehen. Das Team Stronach pochte auf einen "Masterplan Gesundheit ohne Ländergrenzen" anstatt weiterer "Endlos-Debatten".

apa.at

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