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APA-Artikel 16. Juni 2016

Neuer Ratgeber für Mundhygiene bei Betagten

Pflegebedürftige Senioren können ihre Zähne oder ihren Zahnersatz oft nicht mehr selbst reinigen. Die Schweizerische Zahnärzte Gesellschaft SSO stellt daher einen neuen Ratgeber vor, um das Personal von Pflegeeinrichtungen dabei zu unterstützen.

Wenn sich ältere Menschen nicht mehr selbst um ihre Mundhygiene kümmern können, kommt es leicht zu Karies oder Zahnfleischentzündungen. Darunter leidet die Lebensqualität der Betroffenen.

Die SSO gibt einen grundlegend überarbeiteten Ratgeber für das Personal von Alters- und Pflegeheimen heraus, der mit Texten, Fotos und Zeichnungen erklärt, wie Betreuer die Mundgesundheit der pflegebedürftiger Senioren erhalten können. Dabei wurde insbesondere darauf geachtet, was Pflegende im Alltag tatsächlich umsetzen können, wie SSO-Mediensprecher Marco Tackenberg auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda erklärte.

Neben Anweisungen für eine kurze Mundinspektion und die richtige Anwendung von Produkten zur Reinigung von Zähnen und Zahnersatz enthält der Ratgeber auch Hinweise, wie Betreuer mit Ablehnung der Mundhygiene umgehen sollten.

"Frühere Ratgeber enthielten noch Hinweise, wie man durch Tricks den Betroffenen dazu bringen kann, beispielsweise den Mund noch offen zu behalten", so Tackenberg. Der neue Leitfaden spiegelt dabei ein Umdenken wieder: Ablehnung sei in jedem Fall zu respektieren, auch wenn die Person vielleicht aufgrund einer fortgeschrittenen Demenzerkrankung nicht mehr gut über die eigene Mundhygiene entscheiden könne.

Anstatt eine Behandlung zu erzwingen oder zu ertricksen gelte es, eine Vertrauensbasis zu schaffen, eine Massnahme bei Ablehnung für den Moment abzubrechen und es später noch einmal zu versuchen, so Tackenberg. Der Ratgeber wurde von Zahnmedizinern der Universitäten Genf, Bern und Zürich gemeinsam mit Zahnärzten erarbeitet.

apa.at

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