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APA-Artikel 9. Juni 2016

D: Patientenschützer: Einwilligung zu Demenzforschung nur nach Beratung

Die Einwilligung eines gesunden Menschen zu einer späteren Beteiligung an der Demenzforschung darf nach Ansicht von Patientenschützern nicht ohne qualifizierte Beratung erfolgen. Hier träfen Menschen Entscheidungen, "die vielleicht erst 20 Jahre später für sie von Bedeutung werden", sagte der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, am Mittwoch. Brysch forderte, dass eine qualifizierte Beratung vor einer entsprechenden Patientenverfügung gesetzlich vorgeschrieben werde.

Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) ist mit seinen Plänen, die Möglichkeiten für Arzneiversuche an Demenzkranken auszuweiten, auf Widerstand in der eigenen Unionsfraktion gestoßen. Die Verabschiedung des Gesetzes im Bundestag, mit dem eine Vorgabe der EU umgesetzt werden soll, wurde jetzt verschoben.

Gröhe will auch an nichteinwilligungsfähigen Demenzkranken Arzneitests ermöglichen, von denen diese selber keinen Nutzen mehr haben. Das ist in Deutschland derzeit verboten. Allerdings dürfte es schwierig sein zu entscheiden, ob bestimmte Versuche tatsächlich zum Nutzen des betroffenen Patienten sind - oder eben nicht.

Neu an dem Gesetz sei nur, dass der an den Versuchen beteiligte Demenzkranke keine eigenen Vorteile mehr habe könnte, verteidigte der Patientenbeauftragte der Bundesregierung, Karl-Josef Laumann (CDU), die Pläne im Deutschlandfunk. Die Forschungserkenntnisse könnten aber dann schon der nachfolgenden Generation zugute kommen, möglicherweise den eigenen Kindern oder Enkeln. Natürlich sei das eine schwierige Diskussion. Grundsätzlich gehe es darum, Demenz besser verstehen zu können. Die Forschung über wirksame Medikamente für Demenzkranke steckt noch in den Anfängen.

apa.at

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