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APA-Artikel 27. Mai 2016

Weiter Empörung über AfD-Kritik an Flüchtlingshilfe der Kirchen

Die AfD war zum Katholikentag nicht eingeladen worden - doch mit ihrer heftigen Kritik an der Flüchtlingshilfe der Kirchen beherrscht die Partei nun doch einige Diskussionsrunden in Leipzig.

Die heftige Kritik der AfD am Flüchtlingsengagement der Kirchen sorgt weiter für Empörung. Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) kritisierte die Äußerungen am Freitag auf dem Katholikentag in Leipzig als "Beleidigung für die Caritas und die Hunderttausenden von ehrenamtlichen Helfern". Andere Politiker äußerten sich ähnlich.

Der bayerische AfD-Landesvorsitzende Petr Bystron hatte der katholischen und evangelischen Kirche und ihren Wohlfahrtsverbänden Geschäftemacherei mit Flüchtlingen vorgeworfen. Der AfD-Vorsitzende Jörg Meuthen pflichtete dem bei. Zu den Diskussionsrunden des Katholikentags waren AfD-Politiker nicht eingeladen worden.

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) warf der AfD vor, all jene zu beleidigen, die sich in der Kirche für Flüchtlinge engagierten. Dies zeige, "wes Geistes Kind diese Leute sind", sagte er der "Rheinischen Post" (Samstag). Auch Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) kritisierte die AfD scharf: "Anstatt selbst etwas zu tun, beleidigt sie lieber diejenigen, die sich solidarisch verhalten."

Die sechs katholischen Hilfswerke bekannten sich in einer gemeinsamen Erklärung zur Flüchtlingshilfe. Die Kirche verstehe sich "als Anwältin der Schutzbedürftigen", stellten Misereor, Adveniat, Renovabis, missio, Caritas und "Die Sternsinger" klar. Der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, warnte vor einer "aufgehetzten Gesellschaft", in der die Politik in Schwarz-Weiß-Denken verfalle und vermeintlich einfache Lösungen verspreche.

Das Thema Flüchtlinge zieht sich bisher wie ein roter Faden durch den Katholikentag. De Maizière betonte, die Bundesregierung müsse eine Asylpolitik betreiben, bei der ein Großteil der Bevölkerung mitkomme: "Das heißt nicht, dass alle einer Meinung sind. Politische Führung heißt auch, gegen den Zeitgeist etwas zu machen. Aber Sie brauchen ein Mindestmaß von gesellschaftlichem Zusammenhalt. Und der war gefährdet und ist noch gefährdet."

Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) sagte mit Blick auf die Situation in Ostdeutschland, es sei auffällig, dass in Regionen, in denen die meisten Menschen "an vieles, aber sicher nicht an einen dreifaltigen Gott glauben, am lautesten eine angebliche Islamisierung Deutschlands beklagt" werde.

apa.at

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