zur Navigation zum Inhalt
 
APA-Artikel 27. Mai 2016

CH: Bundesrat verurteilt "Therapien" gegen Homosexualität

Nach Ansicht des Bundesrats sind "Therapien" gegen Homosexualität wirkungslos und mit grossem Leid für Kinder und Jugendliche verbunden. Er hält es aber weder für möglich noch für notwendig, die Betroffenen speziell davor zu schützen.

Ob die Durchführung solcher Therapien einen Straftatbestand darstelle, müsse im Einzelfall von einem Gericht beurteilt werden, schreibt der Bundesrat in der am Donnerstag veröffentlichten Antwort auf eine Interpellation von Rosmarie Quadranti (BDP/ZH). Er verweist auch auf die verschiedenen Beratungs- und Hilfsangebote, die vom Bund unterstützt werden.

Der Bundesrat nennt in der Antwort zwar keine Organisationen oder Personen, die Therapien gegen Homosexualität bei Minderjährigen durchführen. Er geht aber davon aus, dass diese insbesondere von selbsternannten "Heilern" angeboten werden.

Psychologinnen und Psychologen würden mit Therapien zur Heilung von Homosexualität ihre Berufspflicht verletzen, was von den kantonalen Aufsichtsbehörden mit Sanktionen belegt würde. Für die Durchsetzung der Berufsethik in der kirchlichen Seelsorge seien die Kirchen zuständig, schreibt der Bundesrat.

Er erinnert daran, dass der Schutz von Kindern und Jugendlichen vor psychisch oder physisch schädlichen Behandlungen zu den Kernaufgaben der Gesellschaft gehört. Jede Person könne der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) über die Gefährdung Minderjähriger Meldung erstatten.

apa.at

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben