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APA-Artikel 25. Mai 2016

Österreichische Ärztetage - Allergie von der Nase in die Lunge

Viele Menschen leiden an allergischer Rhinitis. Das ist lästig, kann aber auch unbehandelt ein erhebliches Asthmarisiko von 20 bis 40 Prozent innerhalb von fünf bis 15 Jahren darstellen. Dies erklärte der steirische Experte Andre Hermann von der Pulmologischen Tagesklinik LKH Graz-West bei den Österreichischen Ärztetagen in Grado (bis 28. Mai).

"25 bis 30 Prozent der Bevölkerung in den Industriestaaten leiden an allergischen Beschwerden, zehn bis 15 Prozent an allergischer Rhinitis, bis zu zehn Prozent an atopischer Dermatitis, fünf bis zehn Prozent an Asthma bronchiale", sagte Hermann.

Die Dunkelziffer ist hoch: Nur 50 Prozent der Betroffenen wissen von ihrer Allergie. 25 Prozent wissen davon und suchen einen Arzt auf, 15 Prozent sind wirklich in ärztlicher Behandlung. Der Anteil der Allergie-Patienten, die qualifiziert untersucht und behandelt werden, wird in der wissenschaftlichen Literatur mit zehn Prozent angegeben.

Am häufigsten sind Beschwerden durch "Outdoor-Allergene". Die häufigsten Allergene in Österreich bei Patienten mit allergischer Rhinitis sind Gräserpollen (63 Prozent). Dann kommen Katzenhaare (knapp 44 Prozent), Birkenpollen (36 Prozent) und die Hausstaubmilben mit 35 Prozent.

80 Prozent der Diagnose sind allein schon durch die Erhebung der Krankengeschichte mit Fragen nach dem zeitlichen Verlauf der Symptome (saisonal oder ganzjährig), den Schwankungen der Symptome zwischen Innenräumen und dem Freien (Tierhaare und vor allem Staubmilben versus Pollen etc.) und nach der möglichen Überreaktion auf Insektenstiche erledigen. Der dabei entstehende Verdacht wird dann mit einem Hauttest bestätigt. Erst danach kommen auch Allergen-spezifische Tests auf Immunglobulin E im Blut infrage.

Jedenfalls sollte eine allergische Rhinitis bei entsprechenden Symptomen behandelt werden. Das erfolgt, wenn möglich, durch Allergenkarenz mit Vermeidung der auslösenden Faktoren, Antihistaminika (Sprays/Tabletten), Cortisonsprays und Cromone (Sprays), manchmal kommen auch sogenannte Leukotrienantagonisten zum Einsatz.

Die einzige ursächlich wirksame Behandlungsform ist allerdings die allergenspezifische Immuntherapie, bei welcher durch die kontrollierte Gabe der Allergene eine Toleranzentwicklung erzielt werden soll. Sie hat je nach auslösendem Allergen unterschiedlich hohe Wirkungsgrade. Bei Bienen- und Wespengiftallergie beträgt die Wirksamkeit 90 bis 95 Prozent, bei Pollenallergien etwa 80 Prozent und bei Hausstaubmilbenallergie rund 70 Prozent.

apa.at

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