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APA-Artikel 25. Mai 2016

Österreichische Ärztetage - Weniger Opiatkonsum bei Jugendlichen 1

Langfristig werden in Österreich mehr ältere Drogenabhängige zu betreuen sein. Auf der anderen Seite nimmt die Zahl der Jugendlichen mit problematischem Opioid-Drogenkonsum offenbar ab, häufiger wird offenbar Mischgebrauch von Substanzen mit chaotischem Konsummustern. Dies stellte der Wiener Experte Gerhard Rechberger bei den Österreichischen Ärztetagen in Grado (bis 28. Mai) fest.

Österreichische Drogenfachleute haben in der jüngeren Vergangenheit mehrfach festgestellt, dass sich die Situation beim problematischen Suchtgiftgebrauch durch Injizieren von Opiaten und dem damit zumeist einhergehenden Mischkonsum (mit Alkohol und/oder Benzodiazepinen) stabilisiert bis verbessert hat. Während zwischen den Jahren 2000 und 2004 der Anteil der unter 25-Jährigen unter den Opiatkonsumenten mit problematischem Konsum von rund 30 auf 40 Prozent anstieg, fiel er bis 2013 auf um die 13 Prozent, hieß es vor kurzem bei der Vorstellung neuer Analysen durch das Kompetenzzentrums Sucht der Gesundheit Österreich GmbH.

Dieser Trend lässt sich auch aus den Daten aus Wien ablesen, die Rechberger, ärztlicher Leiter des "Verein Dialog", in Grado präsentierte. So stieg die Zahl der Opiatabhängigen in Substitutionstherapie in Wien von 2.940 im November des Jahres 2000, um ab 2009 auf einem seither bestehenden Plateau von rund 7.000 zu landen. Die höchste Zahl der Patienten unter Substitutionsbehandlung unter 18 Jahren wurde im November 2003 mit 189 erreicht. Ab November 2005 (162) nahm diese Zahl kontinuierlich ab und erreichte im Mai 2013 nur noch eine Zahl von vier Patienten. Das spreche für einen "deutlichen Rückgang" beim problematischen injizierenden Drogenkonsum von Morphinabkömmlingen etc. bei jüngeren Personen, betonte der Fachmann in seiner Zusammenfassung.

Allerdings ist offenbar eine Zunahme beim Mischkonsum verschiedenster Substanzen zu registrieren - mit "rasch wechselnden, chaotischen Konsummustern". Zum Teil erfolgt das ohne Ausbildung einer Abhängigkeit von einer bestimmten Droge, aber mit Unfähigkeit zur Abstinenz von jedweden Substanzgebrauch. Sehr häufig kommen dabei Cannabis, Ecstasy, verschiedenste neue Substanzen, (Met-)Amphetamine und Alkohol in problematischen Mengen zum Einsatz.

Cannabis ist dabei für eine kleine Gruppe jugendlicher ein großes Problem, betonte Rechberger. Das belegt auch eine Eurobarometer-Umfrage (EU) aus dem Jahr 2014. Da gaben 38 Prozent der befragten Österreicher im Alter zwischen 15 und 24 Jahren an, zumindest einmal Cannabis benutzt zu haben. 20 Prozent berichteten von Konsum im vorangegangenen Jahr, neun Prozent von Gebrauch innerhalb der vorangegangenen 30 Tage.

Der Cannabiskonsum bleibt auf eine kurze Lebensphase beschränkt", sagte vor kurzem Julian Strizek von der Gesundheit Österreich GmbH zu diesem Thema. 35 Prozent der 20- bis 30-Jährigen hätten berichtet, zumindest einmal Cannabis geraucht zu haben. Die Kurve jener Personen, die angeben, im vorangegangenen Jahr Cannabis verwendet zu haben, nimmt in Österreich mit dem Lebensalter dramatisch ab: von etwa 20 Prozent bei den 20-Jährigen auf fast Null bei den 40-Jährigen. 2004 gaben 30 Prozent der Befragten an, jemals Cannabis verwendet zuhaben (drei Prozent im vorangegangenen Monat; Anm.), 2015 waren es 33 Prozent und nur zwei Prozent im vorangegangenen Monat.

apa.at

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