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APA-Artikel 17. Mai 2016

Sabine Oberhauser - Medizinerin übernimmt auch die Frauenagenden

Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser übernimmt in der Bundesregierung nun auch die Agenden des Frauenministeriums. Die Themen Einkommensschere und Gleichstellung sind der ausgebildeten Medizinerin tatsächlich nicht unbekannt, war Oberhauser doch nicht nur ÖGB-Vizechefin sondern auch Frauenvorsitzende im Gewerkschaftsbund.

Der Regierung gehört Oberhauser seit Sommer 2014 an, davor saß sie seit 2006 im Nationalrat, wo sie als Gesundheits- und später Sozialsprecherin der SPÖ fungierte. Im Gewerkschaftsbund war Oberhauser ab 2009 Vizechefin und später auch Frauenvorsitzende, mit dem Wechsel in die Bundesregierung stellte sie diese Positionen ruhend.

Die Personalrochade im SPÖ-Regierungsteam vor knapp zwei Jahren wurde durch den Tod von Nationalratspräsidentin Barbara Prammer (SPÖ) im August 2014 ausgelöst. Der damalige Bundeskanzler Werner Faymann nutzte dann diese Nachbesetzung im Parlament für eine Umgestaltung seines Teams: Oberhauser folgte Alois Stöger im Gesundheitsministerium nach, denn dieser übernahm von Doris Bures das Infrastrukturressort und Bures selbst wurde Nationalratspräsidentin.

Das Gesundheitssystem kannte die neue Ministerin, denn als Kinderärztin bzw. Neonatologin und als ausgebildete Allgemeinmedizinerin wusste sie, worauf es in einem Spital ankommt. Darüber hinaus ließ sie sich auch als Krankenhaus-Managerin schulen. Viele Veränderungen im Gesundheitsbereich trugen auch schon ihre Handschrift als Verhandlerin im Nationalrat mit. Umgesetzt wurde unter Ministerin Oberhauser etwa im Jahr 2015 das Rauchverbot in der Gastronomie. Kritiker monierten allerdings, dass die Bestimmung erst ab Mai 2018 gelten. Schleppend hingegen entwickeln sich die Verhandlungen zu den neuen Primärversorgungseinrichtungen im Gesundheitsbereich (PHC-Gesetz; "Primary Health Care").

Nachdem das Frauenressort nun in ihren Verantwortungsbereich wandert, muss sich Oberhauser auch wieder den Themen Teilzeitarbeit, Einkommenstransparenz oder Pensionen widmen. Zu den unter Oberhausers Vorgängerin Gabriele Heinisch-Hosek beschlossenen Maßnahmen gehören etwa die Einkommensberichte für Unternehmen. Gefordert wurde von den ÖGB-Frauen dazu wiederholt eine Ausweitung der Verpflichtung auf kleinere Firmen. Oberhauser sprach sich zudem gegen eine frühere Angleichung des Pensionsantrittsalters von Frauen an jenes der Männer aus.

Aufgefallen ist Oberhauser durch ihren offenen Umgang mit ihrer Krebserkrankung. So teilte sie etwa nicht nur die Erkrankung selbst via Facebook mit, sondern hielt die Öffentlichkeit auch über dieses Medium auf dem Laufenden und erschien mit abrasierten Haaren bei der wöchentlichen Ministerratssitzung. Den Krebs hat sie inzwischen überwunden.

Geboren wurde Oberhauser am 30. August 1963 in Wien. Sie ist mit dem Radiologen Gerold Oberhauser verheiratet und hat zwei Töchter.

apa.at

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