zur Navigation zum Inhalt
 
APA-Artikel 12. Mai 2016

Niederländische Ministerin: Tabus um aktive Sterbehilfe durchbrechen

Die niederländische Gesundheitsministerin Edith Schippers hat zu einer offenen Debatte über aktive Sterbehilfe weltweit aufgerufen. "Lasst uns Tabus durchbrechen", sagte die Ministerin zum Auftakt der Weltkonferenz zur Sterbehilfe am Donnerstag in Amsterdam. Die Niederlande hatten 2002 als weltweit erstes Land die Tötung auf Verlangen gesetzlich geregelt.

Die Ministerin betonte, dass in den Niederlanden "Euthanasie kein normaler medizinischer Eingriff" sei. Es gebe auch kein Patientenrecht auf Sterbehilfe, und nur unter strengen Bedingungen würden Ärzte strafrechtlich nicht verfolgt.

2014 hatten Ärzte in den Niederlanden bei rund 5300 unheilbar Kranken auf deren ausdrücklichen Wunsch das Leben beendet, das waren rund vier Prozent aller Sterbefälle. Bei fast 80 Prozent ging es um Krebskranke im letzten Stadium ihrer Krankheit.

Bei der vom Weltverband der Sterbehilfegesellschaften alle zwei Jahre organisierten Konferenz "Euthanasia" befassen sich rund 800 Wissenschafter, Juristen, Aktivisten sowie Ärzte mit rechtlichen, ethischen, politischen und medizinischen Fragen der Sterbehilfe. Der Verband, der 50 Organisationen in 22 Ländern vertritt, setzt sich für die weltweite Legalisierung der Tötung auf Verlangen ein.

Ärztliche aktive Sterbehilfe ist außer in den Niederlanden nur in Belgien, Luxemburg und Kolumbien gesetzlich gestattet. Kanada legte in diesem Jahr einen entsprechenden Gesetzentwurf vor.

apa.at

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben