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APA-Artikel 20. April 2016

Flüchtlinge - Ärztekammer: Deutsch Voraussetzung für Arzt-Tätigkeit

Die Ärztekammer hat am Mittwoch auf die Notwendigkeit von guten Deutschkenntnissen für angehende Ärzte hingewiesen. Um in Österreich als Arzt tätig zu sein, müssen Personen mit nicht-deutscher Muttersprache eine Sprachprüfung ablegen, betonte die Standesvertretung am Mittwoch - auch mit Blick auf den zu erwartenden Anstieg von aus Krisengebieten geflüchteten Medizinern.

Bisher habe man allerdings kaum einen Anstieg von Anträgen zur Ausbildungs-Anerkennung aus Krisenländern wie Syrien, Irak oder Afghanistan registriert, sagte Gerhard Zlabinger, Curriculumdirektor der Medizinischen Universität Wien. Im Jahr 2014 hat es an der medizinischen Universität Wien sieben Anträge auf Nostrifikation von syrischen Personen gegeben, im Jahr 2015 elf Anträge. Seitens der Ärztekammer rechnet man aber in nächster Zeit sehr wohl mit einer Zunahme von Anträgen von Personen aus diesen Gebieten. Derzeit würden noch viele nach Österreich geflüchteten Ärzte zögern, ihre Ausbildung anerkennen zu lassen, da sie noch nicht über ausreichende Deutschkenntnisse verfügen, so Zlabinger. Man sei jedenfalls für eine Zunahme bei den Anträgen gerüstet.

Peter Niedermoser, der als Präsident des wissenschaftlichen Beirates der Österreichischen Akademie der Ärzte für die Sprachprüfungen zuständig ist, sagte, Ausnahmen für die Deutschprüfungen gebe es nur in wenigen Fällen. So sind z.B. jene Personen von den Prüfungen ausgenommen, die eine drei Jahre dauernde Berufspraxis in einem deutschsprachigen Land nachweisen können, eine Matura auf Deutsch gemacht oder ein deutschsprachiges Studium absolviert haben.

Ärztekammer-Vizepräsident Harald Mayer betonte, es gehe darum, klarzumachen, dass für die Anerkennung der ärztlichen Ausbildung klare Kriterien einzuhalten seien. Besonders wichtig seien eben auch die Sprachkenntnisse der Ärzte, damit es zu einer guten Arzt-Patienten-Kommunikation kommen kann. Man reagiere mit dem heutigen Hinweis einerseits auf zahlreiche Medien-Anfragen zu diesem Thema, andererseits wolle man auch all jenen Personen, die ihre Arzt-Ausbildung in Österreich anerkennen lassen wollen, auf das Prozedere hinweisen.

Automatisch anerkannt wird die Ausbildung von EWR-Bürgern sowie jenen aus der Schweiz - jene mit nicht-deutscher Muttersprache müssen aber ausreichende Deutschkenntnisse nachweisen. Drittstaatsangehörige müssen neben einem Nachweis ihrer Deutschkenntnisse auch eine Nostrifikation ihre Ausbildung an einer heimischen Medizin-Universität durchführen lassen. Darüber ist die Ärztekammer mit der Überprüfung der im Ausland absolvierten praktischen Ausbildung der Ärzte beauftragt.

apa.at

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